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Das Christentum ist keine Ethik, es hat seine Ethik

7. Mai 2020 in Aktuelles, 3 Lesermeinungen
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Franziskus in Santa Marta: Gebet für die Künstler. Ohne Schönheit kann das Evangelium nicht verstanden werden. Die Zugehörigkeit zum Volk Gottes. Keine ‚selbsternannten’ Christen sein. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Papst Franziskus – Donnerstag der 4. Woche im Osterkreis, vierundfünfzigste Messe in Live-Streaming über Fernsehen und Internet aus der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ in der messelosen Zeit.

In seiner Einleitung wandte sich Franziskus erneut den Künstlern zu:

„Gestern erhielt ich einen Brief von einer Gruppe von Künstlern: sie waren dankbar für das Gebet, das wir für sie gemacht haben. Ich möchte den Herrn bitten, sie zu segnen, denn die Künstler lassen uns verstehen, was Schönheit ist, und ohne Schönheit kann das Evangelium nicht verstanden werden. Lasst uns noch einmal für die Künstler beten“.

In seiner Predigt kommentierte der Papst den Abschnitt aus der Apostelgeschichte (Apg. 13, 13-25), in dem Paulus, nachdem er in Antiochien in Pisidien angekommen war, in der Synagoge die Geschichte des Volkes Israel erläutert und verkündet, dass Jesus der erwartete Retter ist.

Wenn Paulus die neue Lehre zur Verkündigung Jesu erkläre, spreche er von der Heilsgeschichte: ‚Was steht hinter Jesus? Es gibt eine Geschichte. Eine Geschichte der Gnade, eine Geschichte der Erwählung“. Der Herr habe Abraham erwählt und sei mit seinem Volk gegangen: „Darum: als Paulus gebeten wird, zu erklären, was der Glaube an Jesus Christus ist, beginnt er nicht mit Jesus Christus: er beginnt mit der Geschichte. Das Christentum ist eine Lehre, ja, aber nicht nur. Es sind nicht nur die Dinge, an die wir glauben, sondern es ist eine Geschichte, die diese Lehre trägt, die Gottes Verheißung, Gottes Bund ist, von Gott gewählt zu sein. Das Christentum „ist nicht nur eine Ethik: es hat moralische Prinzipien, aber man ist Chrsit nicht nur mit einer ethischen Vision“.


Es sei mehr als das. Das Christentum „ist keine für die Wahrheit auserwählte Elite von Leuten. Dieses elitäre Gefühl, das dann in der Kirche weitergeht, wenn gesagt wird: ‚Ich bin diese Institution, ich gehöre zu dieser Bewegung, die besser ist als deine’... Das ist nicht „dieses ‚elitäre Gefühl’. Nein, das ist das Christentum nicht: das Christentum ist die Zugehörigkeit zu einem Volk, zu einem Volk, das von Gott unentgeltlich erwählt wurde. Wenn wir nicht dieses Bewusstsein haben, zu einem Volk zu gehören, dann wären wir ideologische Christen, mit einer ganz kleinen Lehre der Bejahung der Wahrheit, mit einer Ethik, mit einer Moral“.

Ansonsten betrachteten wir uns als „eine Elite, wir fühlen uns als Teil einer von Gott gewählten Gruppe – der Christen – die anderen werden in die Hölle kommen, oder wenn sie gerettet werden, dann durch die Barmherzigkeit Gottes, aber sie sind die Ausgestoßenen. Wenn wir nicht das Bewusstsein haben, zu einem Volk zu gehören, sind wir keine wahren Christen“.

Aus diesem Grund erkläre Paulus Jesus ausgehend von der Zugehörigkeit zu einem Volk: „Oft fallen wir in diese Vorurteile zurück, seien sie nun dogmatisch, moralisch oder elitär. Der Sinn der Elite ist es, der uns so sehr Übles antut, und wir verlieren dieses Gefühl der Zugehörigkeit zu Gottes treuem, heiligem Volk, das Gott in Abraham erwählt hat“. Gotte habe es verheißen, „die große Verheißung“, Jesus, und er habe es mit Hoffnung gehen lassen. Darin bestehe das Bewusstsein des Volkes.

Wir „müssen die Geschichte unserer Erlösung weitergeben, das Gedächtnis eines Volkes, daran, ein Volk zu sein, und in dieser Geschichte des Volkes Gottes, bis wir Jesus Christus erreichen, hat es Heilige, Sünder und viele gewöhnliche, gute Menschen gegeben, mit Tugenden und Sünden, aber alle. Die berühmte ‚Menge’, die Jesus folgte, die das Gefühl hatte, zu einem Volk zu gehören. Ein selbsternannter Christ, der dieses Gespür nicht hat, ist kein wahrer Christ, weil er sich ohne das Volk gerechtfertigt fühlt“.

Die gefährlichste Abweichung der Christen „heute und immer“ sei zweifellos „die mangelnde Erinnerung an die Zugehörigkeit zu einem Volk. Wenn dies fehlt, kommen Dogmatismus, Moralismus, Ethik, elitäre Bewegungen. Es fehlt das Volk. Immer ein sündiges Volk, alles, was wir sind, aber es liegt nicht generell falsch, das das Gespür hat, das erwählte Volk zu sein, das hinter einer Verheißung geht und das ein Bündnis geschlossen hat, das es vielleicht nicht eingeht, aber kennt“.

Papst Franziskus forderte auf, den Herrn um dieses Bewusstsein des Volkes zu bitten, das die Muttergottes in ihrem Magnifikat und Zacharias in seinem „Benedictus“ besungen hätten: „Bewusstsein des Volkes: wir sind das treue, heilige Volk Gottes, das in seiner Gesamtheit das Gespür des Glaubens hat und in dieser Art des Glaubens unfehlbar ist“.

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