Französischer Philosoph Bernard-Henri Lévy im "Wallstreetjournal": "Nicht die Festnahme von Herrn Maduro hat die Aggressoren ermutigt – es ist die politische und moralische Schwäche des Westens, die ihnen bisher freie Hand gelassen hat"
Caracas (kath.net /rn)
"Nicolás Maduro war kein gewählter, sondern ein abgewählter Präsident. Er war illegitim; er hatte den Sieg seinen Gegnern gestohlen, die nach allen Berechnungen mit überwältigender Mehrheit gewonnen hatten. Er war nicht einmal Staatsoberhaupt, sondern ein Drogenboss im großen Stil, der angeblich die Welt mit Kokain überschwemmte und das Geld aus diesem Gift wusch, um die finstersten Terrorgruppen zu finanzieren." Mit klaren Worten hat der französische Philosoph Bernard-Henri Lévy mediale Verzerrtheiten im Zusammenhang mit der Festnahme von Maduro in einem Kommentar im Wallstreet Journal, einer der wichtigsten Zeitungen weltweit, zurückgewiesen. Bernard-Henri Lévy erinnert dann auch daran, dass die Anklage keine Laune Donald Trumps war, sondern diese bereits 2020 von einer Bundesjury in New York erhoben wurde und unter Joe Biden weitergeführt wurde.
Maduros Sturz seit eine gute Nachricht. Bernard-Henri Lévy teilt daher auch die Begeisterung der Venezolaner, die Herr Maduro ins Elend gestürzt, ins Exil getrieben, gefoltert und zu Tausenden ermordet hatte, als sie es wagten zu demonstrieren. Der Philosoph und Schriftsteller erinnerte dann auch daran, dass nur Russland, Iran und die Hamas und ein paar nützlichen Idioten mit der Festnahme ein Problem haben. Die Frage, ob damit der chinesische Präsident Xi Jinping und Wladimir Putin durch die Entführung eines Diktators nicht „Flügel verliehen“ bekomme, weist Lévy als Märchen zurück. "Als ob diese Männer Flügel gebraucht hätten! Als ob sie darauf gewartet hätten, dass Caracas Hongkong, die Krim, den Donbas und dann die gesamte Ukraine einnimmt oder dies versucht."
Das Völkerrecht habe laut dem Philosophen in den letzten 30 Jahren unzählige Male versagt. Es gäbe eine lange Liste von Verstößen, Annexionen und Massakern, die kein Völkerrecht je verhindert habe und und bei denen jedes Mal die großen Institutionen, die mit der Wahrung dieses Rechts betraut waren, zurückwichen, kapitulierten und sich selbst in Verruf brachten. "Das Völkerrecht starb nicht in Caracas. Es starb in Sarajevo, Kigali, Aleppo, Mariupol, Pokrovsk und Khartum", betonte der Philosoph. Für Taiwan habe der Countdown begonnen. "Doch nicht die Festnahme von Herrn Maduro hat die Aggressoren ermutigt – es ist die politische und moralische Schwäche des Westens, die ihnen bisher freie Hand gelassen hat; es ist die Illusion, dass Recht genügt, wenn es nicht mehr durch Macht garantiert wird."
VIDEO: Große Analyse vom Militärhistoriker Torsten Heinrich - Venezuela: Geht so Regime Change?
Le droit international n’est pas mort à Caracas, mais à Sarajevo, Kigali, Alep, Mariupol et aujourd’hui, Pokrovsk & Khartoum
En tout cas: la chute de #Maduro est 1 bonne nouvelle.
Mais question angoissante : pour qui sonne maintenant le glas ? #Venezuelahttps://t.co/QPxTLFGFzh
Besten Dank für ihre Erläuterung. Sie haben auf den Punkt gebracht, wen das heutzutage Völkerrecht schützt. Es macht selbst übelste Usurpatoren wie diesen Maduro zu sakrosankten Personen. Damit ist das Völkerrecht ein schnödes Herrschaftsinstrument, das nicht - wie sein Name nahelegt - die Völker unter seinen Schutz stellt, sondern lediglich diejenigen für unantastbar erklärt, die von sich behaupten, die höchste Staatsgewalt innezuhaben. Damit aber wäre das Völkerrecht repressiv und inhuman, weil es die unterdrückte Bevölkerung eines Staates geradezu in den Bürgerkrieg treibt, um etwa einen Usurpator loszuwerden und durch eine legale Obrigkeit zu ersetzen. Wenn dem so ist, gehört das Völkerrecht dringend reformiert oder sogar, wenn eine Reform nicht möglich ist, abgeschafft oder ersetzt. Es hat nichts mit Rechtsstaatlichkeit zu tun, wenn das Völkerrecht das Unrecht fördert und schützt. Es kann dann nicht über allem stehen. Es hat dann keine Verbindlichkeit mehr.
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Richelius vor 11 Stunden
@ Schillerlocke
Als Staatsoberhaupt wird im Völkerrecht der angesehen, der dieses Amt ausübt. Ob zu Recht oder nicht, ist nicht mehr eine Frage des Völkerrechts, sondern des innerstaatlichen Rechts.
Problematisch bei diesem Einsatz sind auch die Toten. Sollte es Venezuela gelingen, die beteiligten Beamten/Soldaten zu identifizieren, wäre eine Mordanklage drinnen.
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heikostir vor 17 Stunden
"Nimm das Recht weg, was ist der Staat dann anderes als eine Räuberbande", so schreibt der hl. Augustinus.
Das ist eine gute Richtschnur zur Beurteilung von Ereignissen auf nationaler und internationaler Ebene.
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Schillerlocke vor 23 Stunden
Maduro war Privatmann!
Die USA haben auf Veranlassung Trumps nicht den Staatspräsidenten Venezuelas gekidnappt. Maduro behauptete lediglich, Staatsoberhaupt zu sein. Tatsächlich war er längst abgewählt und ein Privatmann. Zum Zeitpunkt seiner Gefangennahme war Maduro nämlich ein Usurpator, von dem er und seine Clique lediglich behaupteten, er wäre Präsident des Landes. Kurzum: Die Amerikaner haben einen Privatmann außer Landes verschafft, um ihm in New York wegen seiner kriminellen Taten den Prozess zu machen, weil er in Venezuela aufgrund des Schutzes durch seine Clique nicht gerichtlich verfolgt werden konnte. Letztlich machten die Amis mit Maduro nichts anderes wie einst die Israelis mit der Entführung Eichmanns. Ein Bruch des Völkerrechts lag mit der Entführung Maduros und bezogen auf seine Person also überhaupt nicht vor. Allerdings missachteten die Amis insofern die Souveränität Venezuelas, als sie zur Ergreifung Maduros die Staatsgrenzen Venezuelas verletzen mussten.
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girsberg74 vor 25 Stunden
Bingo !
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