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Kardinal Zen appelliert an Piusbruderschaft: Vertraut auf Papst Leo

13. März 2026 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
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Leo XIV. ist jemand, der zuhört und versteht. Für den Dialog zwischen der Piusbruderschaft und dem Dikasterium für die Glaubenslehre unter Kardinal Fernandez hat er allerdings wenig Hoffnung.


Rom (kath.net/jg)
Der emeritierte Bischof von Hongkong, Kardinal Joseph Zen, hat sich in die laufende Debatte um die Priesterbruderschaft St. Pius X. (FSSPX/SSPX) eingeschaltet. In einem Beitrag auf X (ehemals Twitter) vom 6. März rief der 94-jährige chinesische Kardinal die traditionalistische Gemeinschaft dazu auf, ein drohendes Schisma zu vermeiden und stattdessen dem derzeitigen Papst Leo XIV. zu vertrauen, berichtet EWTN.

Hintergrund der Auseinandersetzung ist die Ankündigung der SSPX, Bischofsweihen ohne päpstliche Genehmigung vorzunehmen – ein Schritt, der nach kirchlichem Recht (can. 1382 CIC) die automatische Exkommunikation für Weihespender und Geweihte nach sich zieht. Die Bruderschaft begründet diesen Schritt mit der Sorge um die Kontinuität ihres apostolischen Dienstes und der ausschließlichen Feier der Traditionellen Lateinischen Messe (TLM) sowie mit grundsätzlichen Vorbehalten gegenüber bestimmten Entwicklungen nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil.


Kardinal Zen, der selbst ein Befürworter der überlieferten Liturgie ist, zeigt Verständnis für die Gewissensnöte der SSPX. Er schreibt: „Ein Schisma muss um jeden Preis vermieden werden, denn es würde der Kirche schweren und dauerhaften Schaden zufügen; andererseits muss aber auch ein großes Gewissensproblem respektiert werden: Wie kann man jemanden zwingen, Lehren zu folgen, die die heilige Tradition der Kirche eindeutig leugnen?“

Gleichzeitig betont Zen die zentrale Rolle des Papstes. Er beschreibt Papst Leo XIV. als jemanden, „der zuhört“. Der Papst verstehe die Lage und werde „seinen Kindern verständlich machen, dass gewisse Dinge, die im Namen des sogenannten ‚Geistes des Konzils‘ begangen wurden, aber der Tradition der Kirche widersprechen, nicht vom Konzil stammen“. Zen verweist darauf, dass Leo XIV. bereits eine Katechese zu den Dokumenten des Zweiten Vatikanums begonnen habe: „Lasst uns unser Vertrauen in Papst Leo setzen – er hat mit der Katechese zu den Konzilsdokumenten begonnen, zu ihnen müssen wir alle zurückkehren!“

In einer bemerkenswerten biblischen Auslegung vergleicht der Kardinal die aktuelle Situation mit der Josefsgeschichte aus dem Buch Genesis: Die SSPX entspricht dabei Josef, der Präfekt des Dikasteriums für die Glaubenslehre, Kardinal Víctor Manuel Fernández, den Brüdern Josefs, die ihm feindlich gesinnt sind und die Tradition der Kirche „demontieren“ wollen. Papst Leo XIV. wird mit Ruben gleichgesetzt – dem „guten Bruder“, der Josef rettet und möglicherweise von Bischof Schneider unterstützt wird.

Zen äußert deutliche Skepsis gegenüber einem fruchtbaren Dialog zwischen der SSPX und dem Dikasterium unter Leitung von Kardinal Fernández: „Die SSPX wurde zum Dialog mit dem Leiter des Dikasteriums für die Glaubenslehre geschickt – aber gibt es irgendeine Hoffnung, aus diesem Dialog etwas zu gewinnen?“

Der Beitrag des Kardinals folgt auf ähnlich kritische, aber ein Schisma verurteilende Stellungnahmen von Kardinälen wie Gerhard Müller und Robert Sarah. Zen selbst gilt als kompromissloser Verteidiger der kirchlichen Tradition und kritischer Beobachter der jüngeren Entwicklungen in Rom – von der umstrittenen „Synodalität“ bis hin zum Umgang mit der Alten Messe.

 

Foto: Archivbild Kardinal Zen

 


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