Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Die nächste Reform ist immer die beste aller Zeiten
  2. Vertrauenskrise in der Kirche
  3. Vatikan korrigiert argentinische Bischöfe: Gläubige dürfen kniend und auf die Zunge kommunizieren
  4. „Puff für alle“: Entsetztes Kopfschütteln über Sexualkunde-Aufgabe an katholisch geprägtem Gymnasium
  5. Bischöfe und ZdK wollen die AfD ausgrenzen, der Papst empfängt einen AfD-Bundestagsabgeordneten
  6. „Ut unum sint“ - Wahrheit, Tradition und sichtbare Communio
  7. 'Gut' gebrüllt, Löwe?
  8. Kardinal Eijk: Synodenbericht der Arbeitsgruppe 9 muss zurückgewiesen werden
  9. Sacrosanctum Concilium: Die Liturgie und das Geheimnis Christi
  10. „Leo macht Schluss mit ‚Doppelstandards‘: Warum der deutsche Synodale Weg ins Stocken gerät“
  11. „So wie Volker Beck geht es mir auch mit ganz vielen Predigten und kirchlichen Verlautbarungen“
  12. Rom und die orientalisch-orthodoxen Kirchen seit Fiducia supplicans
  13. Vatikan veröffentlicht die Leitlinien für den Umsetzungsweg der Synode über die Synodalität
  14. Yoga-Kongress am Geburtsort des heiligen Franz Xaver
  15. Synodenbericht der Arbeitsgruppe 9 ‚beunruhigend‘ und ‚verblüffend‘

Die Piusbruderschaft und ihre Einheit mit der Kirche

21. Februar 2026 in Kommentar, 130 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„Wenn die Piusbruderschaft kirchengeschichtlich eine positive Wirkung haben will, dann kann sie nicht aus einer Distanz von außen her um den wahren Glauben kämpfen gegen die mit dem Papst vereinte Kirche…“ Von Gerhard Kardinal Müller, Rom


Vatikan (kath.net)  Der Generalrat der Priesterbruderschaft St. Pius X. hat am 18. Februar 2026 bei seiner Zusammenkunft in Menzingen ein Antwortschreiben an Kardinal Victor Emanuel Fernandez, den Präfekten des Dikasteriums für die Glaubenslehre, veröffentlicht.

Darin wird Bezug genommen auf den langen Weg des intensiven Dialogs des Heiligen Stuhls mit der Bruderschaft bis zum magischen Datum des 6. Juni 2017. Und dann folgt eine harsche Zuweisung der Alleinschuld am Ende dieses – in ihrer Sicht – hoffnungsvollen Dialogs mit der Behauptung: „Doch alles endete schließlich auf drastische Weise durch eine einseitige Entscheidung des Präfekten der Kongregation für die Glaubenslehre, Kardinal Müller, der auf seine Weise feierlich die notwendigen Mindestanforderungen für die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche‘ festlegte, in die er explizit das gesamte Konzil und das ‚Nachkonzil‘ einschloss.“

Da es hier um das hohe Gut der Einheit der katholischen Kirche geht, die wir alle im Glauben bekennen, sollen persönliche Empfindlichkeiten zurückstehen. 

Die Kirchengeschichte lehrt uns, wie Schismen im Unterschied zu Häresien auch unter den rechtgläubigen Katholiken entstanden sind und sich verfestigt haben. Grund dafür waren menschliche Unzulänglichkeiten, theologische Rechthabereien und auch mangelnde Sensibilität der legitimem Autorität. Erinnert sei an die Donatisten, mit denen sich der heilige Augustinus auseinandersetzen musste, an die Kontroverse um den Jansenismus, der zum Schisma von Utrecht führte mit der illegitimen Bischofsweihe von Cornelius Steenoven (15.10. 1724), und auch an die Altkatholiken nach dem I. Vatikanum mit der illegitimen Bischofsweihe von Hubert Reinkens (11.8. 1873), wobei diese Gruppierung freilich mit der formellen Leugnung des Dogmas von der Unfehlbarkeit des römischen Papstes und seines Jurisdiktionsprimates in die Häresie abgeglitten ist.

Aber es gibt die schon seit dem Märtyrerbischof Ignatius von Antiochien (am Anfang des 2. Jahrhunderts) formulierten und seither immer wieder – besonders auf den Konzil von Trient gegen die Protestanten – präzisierten eindeutigen Kriterien für katholische Rechtgläubigkeit und volle katholische Kirchenmitgliedschaft. Dazu gehört wesentlich die volle Gemeinschaft mit der universalen Kirche und besonders dem Bischofskollegium, das im römischen Papst, als dem persönlichen Nachfolger des heiligen Petrus, sein immerwährendes und sichtbares Prinzip und Fundament der Einheit in der geoffenbarten Wahrheit hat. Mögen andere kirchliche Gemeinschaften in Anspruch nehmen katholisch zu sein, weil sie ganz oder fast ganz inhaltlich mit dem Glauben der katholischen Kirche übereinstimmen, so sind sie doch nicht katholisch, wenn sie nicht auch formal den Papst als die höchste Autorität und die sakramentale und kanonische Einheit mit ihm anerkennen und praktizieren.

Es besteht kein Zweifel, dass die Piusbruderschaft inhaltlich mit dem katholischen Glauben übereinstimmt (abgesehen vom II. Vatikanum, das sie aber fälschlicherweise als Abweichung von der Tradition interpretiert). Und wenn sie das II. Vatikanum in Gänze oder in Teilen nicht anerkennen, so befinden sie sich in einem Widerspruch mit sich selbst, da sie zu Recht sagen, dass das II. Vatikanische Konzil keine neue Lehre in Form eines definierten Dogmas allen Katholiken zu glauben vorgelegt hat. Das Konzil selbst ist von dem klaren Bewusstsein getragen, dass es in der Reihe aller Ökumenischen Konzilien steht, besonders des Konzils von Trient und des I. Vatikanums. Es ging nur darum, die immer schon gültige Lehre über die Göttliche Offenbarung (Dei verbum) und die Kirche des dreifaltigen Gottes (Lumen gentium) dogmatisch in ihrem Gesamtzusammenhang den Gläubigen erneut und vertieft darzulegen. Die Liturgie sollte auch nicht reformiert werden, so als ob sie veraltet wäre. Im Gegensatz zu dem progressistischen Narrativ braucht die Kirche nicht wie in einem biologischen Alterungsprozess irgendwelche medizinischen Verjüngungskuren durchzuführen. Denn sie ist ein für alle Mal von Christus gegründet worden, weil in seiner göttlichen Person alle Neuheit überbietbar in die Welt gekommen ist und in Lehre, Leben und Liturgie der Kirche gegenwärtig bleibt bis zu seiner Wiederkunft am Ende der Geschichte (Irenäus von Lyon, Gegen die Häresien IV, 34, 1). Die Kirche als Leib Christi und Tempel des Heiligen Geistes ist jung und lebendig bis zum jüngsten Tag (auch wenn manche darin durch Unglauben und Sünde alt aussehen, d.h. den alten Adam in sich nicht überwinden wollen).


Gerade die Substanz der Sakramente und ihre wesentliche Gestalt sind uns vorgegeben und jedem Eingriff der Kirche entzogen (Konzil von Trient, Dekret über die Kommunion unter einer Gestalt, 2. Cap: DH 1728), während die kirchliche Autorität berechtigt ist, ihre rituelle Form festzulegen, aber nicht willkürlich und autoritär, sondern mit großer Rücksicht auf die gewachsenen kirchlichen Traditionen sowie die Sensibilität und den Glaubenssinn der Gläubigen. Deshalb ist auch umgekehrt die Behauptung theologisch falsch, die lateinische Liturgie nach dem Missale und Rituale Romanum (nach dem Ritus antiquior) sei illegitim, weil das Gesetz des Betens das Gesetz des Glaubens ist (Ps-Coelestin, Indiculus, cap. 8: DH 246). Dieser Grundsatz bezieht sich auf den Inhalt des Glaubens, der in den Sakramenten zum Ausdruck kommt, nicht auf ihre äußere rituelle Form, von der es im Laufe der Kirchengeschichte bis heute sehr viele Variationen gibt. Insofern darf jeder Katholik das Motu proprio „Traditionis custodes“ (2021) und seine oft unwürdige Umsetzung seitens geistig überforderter Bischöfe kritisieren sowie deren mangelhafte theologische Argumentation und pastorale Rücksichtslosigkeit. Aber auch der Zweifel, dass die Heilige Messe nach dem Missale Pauls VI. (etwa wegen der Möglichkeit von Konzelebration, der Richtung des Altars, der Verwendung des Landesprache) der Tradition der Kirche als normativem Kriterium der Auslegung der Offenbarung widerspreche (und von freimaurerischen Gedankengut durchsetzt sei), ist theologisch abwegig und eines ernsthaften Katholiken unwürdig. Der tatsächlich vorkommende Missbrauch der Liturgie (Fastnachtsmessen, die atheistische Regenbogenfahne in der Kirche, willkürliche Änderungen nach eigenem Gusto) ist nicht dem Ritus des Novus Ordo oder gar dem Konzil anzulasten, sondern denen, die sich dieser Blasphemien und liturgischen Missbräuche wegen Ignoranz oder aus Frivolität vor Gott und der Kirche schwer schuldig machen.

Es ist auch von keinem echten Katholiken zu erwarten, dass er jedes Dokument, das aus Rom oder einer bischöflichen Behörde kommt, kritiklos annehmen muss. Schon Irenäus von Lyon, Cyprian von Karthago, Augustinus, Bernhard von Clairvaux, Katharina von Siena, Kardinal Bellarmin, der Mainzer Bischof Ketteler (gegenüber Pius IX.) und viele andere mehr haben sich zu Recht über manche Stellungnamen und Aktionen beklagt (so die im letzten Pontifikat autoritären massenhaften Entrechtungen vieler Ordensgemeinschaften, die willkürlich unter Kommissariat gestellt wurden). 

Und so haben rechtgläubige Bischöfe auch an neueren Dokumenten Anstoß genommen, in denen sich dilettantisch dogmatische und pastorale Argumente verwirrt haben oder wenn undurchdachte Äußerungen gefallen sind, etwa dass – Christus relativierend – alle Religionen Wege zu Gott seien, während man mit Blick auf Maria Corredemptrix et Mediatrix omnium gratiarum wieder auf die einzige Mittlerschaft Christi gepocht hatte, ohne die Lehre der Kirche von der Mitwirkung Marias am Heilswerk Christi zu beachten. Das kommt immer vor, wenn Bischöfe mehr auf die publikumswirksamen Effekte achten als sich vorher der wissenschaftlichen gläubigen Theologie zu bedienen und, „gelegen oder ungelegen“ ( 2 Tim 4,2), das Wort Gottes und die Wahrheit des Glaubens verkünden. 

Aber im Blick auf die gesamte Kirchen- und Theologiegeschichte bin ich der vollen Gewissheit, dass die Kirche nicht nur durch die Bekämpfung von außen, sondern auch durch die Verwirrungen im Inneren von nichts und von niemanden überwunden werden kann.

Zu Recht beklagen nicht nur die Piusbruderschaft, sondern auch ein Großteil der Katholiken, dass unter dem Vorwand der Erneuerung der Kirche – mit dem Prozess einer Selbstsäkularisierung – auch große Unsicherheiten in dogmatischen Fragen und sogar Irrlehren in die Kirche eingedrungen sind. Aber auch in der 2000jährigen Kirchengeschichte wurden die Häresien vom Arianismus bis zum Modernismus nur von denen überwunden, die in der Kirche geblieben und nicht von der Seite des Papstes gewichen sind. 

Wenn die Piusbruderschaft kirchengeschichtlich eine positive Wirkung haben will, dann kann sie nicht aus einer Distanz von außen her um den wahren Glauben kämpfen gegen die mit dem Papst vereinte Kirche, sondern nur in der Kirche und mit dem Papst und allen rechtgläubigen Bischöfen, Theologen und Gläubigen. Ansonsten bleibt ihr Protest wirkungslos und wird von häretischen Gruppen auch noch höhnisch missbraucht um die rechtgläubigen Katholiken des sterilen Traditionalismus und bornierten Fundamentalismus zu bezichtigen. Das ist besonders am sogenannten Synodalen Weg zu studieren, dem es in der Tat darum geht, häretische Lehren besonders in der Übernahme atheistischer Anthropologien einzuführen und eine Art anglikanische Kirchenverfassung zu etablieren (mit einer selbsternannten Kirchenleitung aus schwachen Hof-Bischöfen und machtbewussten ideologisch verbohrten Laienfunktionären). Dies widerspricht der sakramentalen und apostolischen Konstitution der katholischen Kirche diametral (Konzil von Trient, Dekret über das Weihesakrament, Cap. 4: DH 1767-1770; II. Vatikanum, Lumen gentium, Art.18-29). Eine von Menschensatzungen errichtete Deutsche Nationalkirche, die nur noch symbolisch den Papst irgendwie als Ehrenoberhaupt anerkennt, wäre nicht mehr katholisch und zu ihr zu gehören wäre nicht heilsnotwendig. Denn so sagt der heilige Augustinus: „Wer die Einheit der Kirche nicht liebt, ist nicht im Besitz der Gottesliebe. Aus diesem Grund wird zu Recht gesagt: Nur in der katholischen Kirche wird der Heilige Geist empfangen.“ (de baptismo 3, 21).

Auf jeden Fall kann sich keine einzelne Gruppe, wie damals die Donatisten (die pars Donati) der Gesamtheit der Kirche, der Catholica, der Annahme der definierten Glaubenslehre mit Berufung auf das eigene subjektive Wahrheitsgewissen widersetzen. Dann müsste man die Ehrlichkeit haben, sich ganz von ihrer Einheit loszusagen aber auch konsequent das Odium eines Schismatikers auf sich zu nehmen. Das II. Vatikanum hat kein neues Dogma verkündet, sondern die immer gültige dogmatische Lehre nur in einem anderen geistes- und kulturgeschichtlichen Zusammenhang neu zu glauben vorgelegt. Hier gilt es nichts von subjektiven Voraussetzungen her zu interpretieren, sondern jeder Katholik muss sich von der Lehre der Kirche informieren und notfalls korrigieren lassen. Was nicht die verbindliche Glaubens- und Sittenlehre betrifft, bleibt der freien theologischen Diskussion überlassen. Für die Gesamthermeneutik des kirchlichen Glaubens gelten die Heilige Schrift, die Apostolische Tradition und das (unfehlbare) Lehramt von Papst und Bischöfen (besonders im Ökumenischen Konzil) als letztgültige Normen der Verständnisses des geoffenbarten Glaubens. Die lehramtlichen Dokumente, die eine je abgestufte Verbindlichkeit beanspruchen, sind nach dem bewährten System der theologischen Gewissheitsgrade auszulegen.

Kein rechtgläubiger Katholik kann Gewissensgründe anmelden, wenn er sich der formalen Autorität des Papstes in Bezug auf die sichtbare Einheit der sakramentalen Kirche entzieht, um eine nicht voll mit ihm in Gemeinschaft stehende kirchliche Ordnung zu etablieren in der Form einer Not-Kirche, was der protestantischen Argumentation im 16. Jahrhunderte entspräche. Solch eine schismatische Haltung kann sich nicht auf einen Notstand berufen, der nur das individuelle Seelenheil einzelner oder auch vieler betreffen kann. Wer von einer ungerechten Exkommunikation betroffen ist, wie sogar einmal die heilige Kirchenlehrerin Hildegard von Bingen, muss um des Wohles der Kirche willen dies geistlich in sich verarbeiten ohne durch Ungehorsam die Einheit der Kirche in Frage zu stellen. Auch dem jungen Martin Luther wird jeder Katholik Recht geben in seinem Kampf gegen den unwürdigen Ablasshandel und die Verweltlichung der Kirche, aber ihn dafür scharf kritisieren, dass er die angedrohte Exkommunikation missachtete, die kirchliche Autorität für sich ablehnte und in der Auslegung der Offenbarung sein Urteil über das der Kirche stellte.

Das wohlgeformte Gewissen eines Katholiken und besonders eines gültig geweihten Bischofs und dessen, der die Bischofsweihe empfangen soll, wird niemals gegen den Nachfolger des heiligen Petrus, dem der Sohn Gottes selbst die Leitung der universalen Kirche übertragen hat, die heiligen Weihen spenden oder empfangen und sich so einer schweren Sünde schuldig machen gegen die von Gott geoffenbarte Einheit, Heiligkeit, Katholizität und Apostolizität der Kirche Christi .

Die einzige Lösung, die im Gewissen vor Gott möglich ist, besteht darin, dass die Piusbruderschaft mit ihren Bischöfen, Priestern und Laien nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis unseren Heiligen Vater, Papst Leo XIV., als rechtmäßigen Papst anerkennt und sich seiner Lehrvollmacht und seinem Jurisdiktionsprimat ohne Vorbedingungen unterstellt.

Dann wird sich auch eine gerechte Lösung finden lassen für ihren kirchenrechtlichen Status, indem etwa ihr Prälat mit ordentlicher Jurisdiktion für die Bruderschaft ausgestattet ist, der dem Papst direkt (vielleicht ohne Vermittlung durch eine Behörde der Kurie) unterstellt ist. Aber das sind kirchenrechtliche und praktische Folgerungen, die nur Bestand haben, wenn sie dogmatisch mit der katholischen Ekklesiologie übereinstimmen. Die Piusbruderschaft hat wie jeder andere rechtgläubige Katholik das Recht und die Pflicht, sich die Lehre des I. Vatikanums im Gewissen zu eigen zu machen und ihr Handeln davon leiten zu lassen: „Wir lehren und erklären demnach, dass kraft der Anordnung des Herrn die römische Kirche über alle übrigen den Prinzipat der ordentlichen Gewalt besitzt, und dass diese wahrhaft bischöfliche Jurisdiktionsgewalt des römischen Papstes eine unmittelbare ist, gegen welche die Hirten und Gläubigen und die Hirten jeglichen Ritus und jeglichen Ranges, sowohl jeder insbesondere als alle insgesamt, zur hierarchischen Unterordnung und zum wahren Gehorsam verpflichtet sind, nicht bloß in den auf den Glauben und die Sitten bezüglichen Dingen, sondern auch in jenen, welche die Disziplin und Regierung der über den ganzen Erdkreis verbreiteten Kirche betreffen; so dass, durch die Bewahrung der Einheit sowohl der Gemeinschaft als des nämlichen Glaubensbekenntnisses mit dem römischen Papste, die Kirche Christi eine Herde unter einem obersten Hirten ist. Dies ist die Lehre der katholischen Wahrheit, von welcher niemand unbeschadet seines Glaubens und seines Heiles abweichen kann.“ (I.Vatikanum, Dogmatische Konstitution über die Kirche „Pastor aeternus“, Cap. 3: DH 3060).

Archivfoto: Kardinal Müller beim Konklave 2025


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Versusdeum 28. Februar 2026 
 

@Christine

Zu
- "Dispensieren kann man nur von der Sonntagspflicht, an Wochentagen gibt es keine Pflicht zum Messbesuch.". Ich meinte ja auch, dass es besser gewesen wäre, wenn man den Gläubigen gesagt hätte, "Ihr könnt die Sonntagspflicht auch durch den Besuch einer Werktagsmesse erfüllen", als allesdichtzumachen, weil die Abstände nicht eingehalten werden konnten.
- "Die FSSPX ruft inzwischen ihre Anhänger dazu auf, sich auf die (Feier der) Bischofsweihen (wie geplant) mit Gebet, Fasten und Buße vorzubereiten." Was ist jetzt daran wieder falsch?
- "Ausserdem erklärt sie, dass Bischofsweihen keinesfalls schismatisch wären." Die Bruderschaft sagt das ganz sicher nicht generell über Bischofsweihen, sondern bezogen auf die eigene Lage und die der vielerorts desolaten Glaubens- und Liturgitradition der Kirche.


1
 
 discipulus 28. Februar 2026 
 

@Versusdeum: Korrektur

Es muß natürlich "im ersten Jahrtausend" heißen, im ersten Jahrhundert gab es den Petersdom noch nicht...


0
 
 discipulus 28. Februar 2026 
 

@Versusdeum: Orientierung

Ihre Geschichte belegt ja sehr gut meine Aussage: versus orientem ist die christliche Gebetsrichtung, mit dem Tabernakel hat das nichts zu tun. Der Petersdom ist ja aufgrund der Topologie Roms nicht geostet, sondern gewestet. Im ersten Jahrhundert beteten die Gläubigen deshalb mit dem Rücken zum Papst (und dem in den eucharistischen Gaben gegenwärtigen Herrn!) nach Osten. Im Mittelalter drehte sich das Volk dann zu den eucharistischen Gaben um - und schwupps hatte man im Petersdom eine Zelebration "versus populum". Vom Petersdom aus wurde das dann im 20. Jahrhundert leider verbreitet - unter Mißachtung des ursprünglichen Hintergrundes.

Ich bin ein großer Freund der Zelebration versus orientem! Da müssen Sie mich nicht mit falschen Argumenten überzeugen...


1
 
 Versusdeum 27. Februar 2026 
 

@discipulus

Ich will es mit der Hochzeit einer Prinzessin im schwedischen Königshaus erklären: Der Pastor stand meist dem Brautpaar zugewandt in der Kirche, also mit dem Rücken zum Altar. Aber bei jedem Gebet zu Gott drehte er sich zum Altar um und wandte dem Brautpaar damit dem Rücken zu, obwohl er wohl kaum an die Realpräsenz glaubte. Dieser Mann hatte mehr verstanden, als viele katholische Priester und Bischöfe, die den mit Leib und Blut, Gottheit und Menschheit im Tabernakel anwesenden Herrn kaum eines Blickes (oder gar durch Kniebeugen) würdigen und ihm immer öfter nur noch ihre Stuhllehne zuwenden. Und da die Kirchen früher praktisch immer geostet waren (der sehnlichst erwarteten Wiederkunft Christi entgegen), war die gemeinsame Gebetsrichtung auch fast immer gen Osten. Konsequenterweise stellte man spätestens im Barock den Tabernakel in den Mittelpunkt dieser Blickachse. Bis zu den Kirchen à la St. Betonasius und St. Zementz, deren Tresorklötze wieder im Abseits stehen.


0
 
 Christine 27. Februar 2026 

@discipulus
Ja, genau so ist es. Danke.

@versusdeum
Dispensieren kann man nur von der Sonntagspflicht, an Wochentagen gibt es keine Pflicht zum Messbesuch.

Die FSSPX ruft inzwischen ihre Anhänger dazu auf, sich auf die (Feier der) Bischofsweihen (wie geplant) mit Gebet, Fasten und Buße vorzubereiten.

Ausserdem erklärt sie, dass Bischofsweihen keinesfalls schismatisch wären.

Nachdem der EB Levebvre schon einmal Bischofsweihen vorgenommen hat, dieser wie ein Heiliger verehrt wird (sein Wort ist Gesetz), warum sollte es dann nicht nocheinmal genauso richtig sein!?


0
 
 discipulus 27. Februar 2026 
 

@Versusdeum: Falschheiten

Womöglich hat die Erregung von @Christine damit zu tun, daß dabei eben nicht redlich Katechese betrieben, sondern indoktriniert wird und Falschheiten verbreitet werden. Eine dieser Irrtümer bezeugen Sie selbst in Ihrem Beitrag: Gott ist überall (lesen Sie es beim hl. Thomas von Aquin nach), deshalb ist jede (oder keine) Zelebrationsrichtung versus deum. Die Zelebrationsrichtung der Kirche ist hingegen versus ORIENTEM, dem wiederkommenden Christus entgegen, wie bei Joseph Ratzinger gut zu lesen ist.


2
 
 Versusdeum 26. Februar 2026 
 

Liebe @Christine

Sie kennen den Versusdeum Ordo ja offensichtlich recht gut. Aber warum sehen Sie das so negativ, wenn man ihn Gläubigen und auch Kindern erklärt? Die vorgegebene heilige Handlung gut zu kennen ist doch etwas positives und kein "Abhängigkeitsverhältnis"?
@ Was Sie beschreiben, gilt wahrscheinlich fast immer umgekehrt: Lateinisch? = "Alter Ritus". Und wer weiß schon noch, dass auch der neue Ritus eigentlich lateinisch zelebriert werden und die Landessprache nur die Ausnahme sein sollte (gerade als Weltkirche im Zeitalter der Globalisierung)?


1
 
 Christine 26. Februar 2026 

Latein

@Hardenberg
Ich glaube, da irren Sie sich gewaltig. Wenn Sie jahrzentelang JEDE Messe auf Latein mitlesen (auch die Wochentagsmessen), wenn Sie schon in der Jugendgruppe (KJB) geschult wurden/werden, wenn sogar die Kinder von den Eltern und den Klerikern entsprechend "auf Linie gebracht" werden, dann wissen Sie, was Sache ist.
Es wird alles bis ins Detail "aufgeschlüsselt". Die Gläubigen werden (auch durch die Beichten, alles aus einer Hand) in eine Art "Abhängigkeitsverhältnis" gebracht.
Sogar die kleinen Kinder erkennen, wo der Priester steht (Hochaltar oder Volksaltar), wie die Kommunion ausgeteilt (an der Kommunionbank mit Patene in den Mund), ob es zu Beginn einen lateinischen Dialog zwischen Priester und Ministranten gibt usw. usw.


0
 
 Hardenberg 26. Februar 2026 
 

@Christine

Ich wage zu behaupten, dass eine Messe nach dem Ritus von 1970 AUF LATEIN von den meisten Anhängern der Piusbrüder gar nicht unterschieden werden könnte von einer nach dem Ritus von 1962.


1
 
 Christine 26. Februar 2026 

Novus Ordo

Geben wir doch der Wahrheit die Ehre:
Auswüchse hin oder her, der Novus Ordo an sich ist der Piusbruderschaft und ihren "Getreuen" ein "Stein des Anstoßes".
Die angewiderten Blicke nach dem "Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit" sprechen Bände. Sie gehen grundsätzlich nicht im Rahmen des NOM zur Kommunion, selbst wenn sie diese im Knien in den Mund erhalten würden. Es ist einfach alles "Bäh"....


1
 
 Versusdeum 26. Februar 2026 
 

Sonntagspflicht

@silvana Sagen wir's so: Es gibt Gläubige, die die Auswüchse in Hl. Messen, also im heiligsten Geschehen, das es auf Erden gibt, schlicht nicht mehr ertragen, was nach einem jahrzehntelangen Leidensweg bis zu automatischen Fluchtreflexen gehen kann (besonders bei "Hämmern" ohne jede Vorwarnung in scheinbar "heilen" Pfarreien). Besonders widerkatholische Inhalte in Predigten,
der Missbrauch der Liturgie für massive politische Agitation oder gar Fake News während der Hl. Messe (Propagandafürbitten, die "Fastenhhirtenbriefe" von Kardinal Marx, Aktivistenaktionen oder gar Homo-Propaganda / -siegesfahne an oder gar in Kirchen trotz des Homo-Missbrauchsskandals auch als Schlag ins Gesicht der Opfer etc.), extremes Sichproduzieren von Laien usw.
Was ist, wenn man im Extremfall solch eine Hl. Messe verlassen oder gar aus ihr flüchten muss? Wenn es keine Alternative mehr gibt, gehe ich davon aus, dass die Sonntagspflicht erfüllt ist. Wie lange ertrage ich all das im Novus Ordo noch ertrage?


1
 
 Versusdeum 25. Februar 2026 
 

@Hardenberg

Danke für die Info. Was ich nicht verstanden habe: Anstatt von der Sonntagspflicht zu dispensieren, hätte man sie doch besser auf die ganze Woche ausgedehnent. Besser als gar keine Hl. Messe wäre das allemal gewesen. Und dann wären auch Abstände, behördliche/politische Auflagen oder Sorgen vor Ansteckung kein Problem mehr gewesen.


1
 
 silvana 25. Februar 2026 
 

@Gandalf, Sonntagspflicht

Da urteilen Sie zu hart über die FSSPX. Die Sonntagspflicht wir dort sehr ernst genommen. Ich versuche es zu erklären: Wir sind uns ja bestimmt einig, dass wenn eine physische oder moralische Unmöglichkeit der Teilnahme an der Sonntagsmesse besteht, man in diesem Fall dispensiert ist. Die Sache ist nur die, dass der Novus Ordo in diesen Kreisen derart vehement abgelehnt wird, dass von vielen eben auch dann eine moralische Unmöglichkeit der Teilnahme gesehen wird, wenn nur diese Form erreichbar ist, weil sie, kurz gesagt, nicht zumutbar, bzw. sogar eine Gefahr für den Glauben sei.


1
 
 Hardenberg 25. Februar 2026 
 

@Versusdeum

Nur eine Kleinigkeit: Die Sonntagspflicht war NIE aufgehoben, die Bischöfe dispensierten von ihr, sie musste also nicht erfüllt werden. M.W. sind mittlerweile alle Dispense ausgelaufen.


1
 
 Versusdeum 25. Februar 2026 
 

A propos Sonntagspflicht

Sind überhaupt alle Aufhebungen aus der Coronamaßnahmenzeit in den Diözesen wieder aufgehoben worden? Und warum hat man damals die Zahl der Hl. Messen in vielen Pfarreien reduziert oder gar das gnadenlose (und durch offene Lügen bei den Krankenhaus Inzidenzen begründete) 2G eingeführt, während z.B. Pius in München statt 2 oder 3 Hl. Messen am Sonntag ganze 5 angeboten hatte?


2
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Müller Kardinal

  1. Kard. Müller: „Niemand hat das Recht den Papst zu kritisieren, wenn er treu seinem Auftrag folgt“
  2. „Papst Leo XIV. stellt in allen seinen Predigten und Ansprachen immer Jesus Christus in die Mitte“
  3. „Sehr brüderliche Atmosphäre, die meisten waren von Dringlichkeit der Neuevangelisierung überzeugt“
  4. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“
  5. „In seinem Pontifikat war Benedikt XVI. einer der größten Theologen auf der Cathedra Petri“
  6. Kard. Müller: „Deutsche Diözesen sind Teil der Weltkirche und nur insofern katholisch, als sie…“
  7. „Jesus ist also nicht aus religiöser Poesie geboren…“

Piusbruderschaft

  1. Papst Leo XIV. und die Zukunft der liturgischen Einheit der Kirche
  2. Kardinal Zen appelliert an Piusbruderschaft: Vertraut auf Papst Leo
  3. "Bevor es zu spät ist!" – Kardinal Sarah warnt Piusbruderschaft vor Schisma
  4. „Auf dass doch alle eins seien“ (Joh 17,21)
  5. Weihen ohne päpstliche Erlaubnis geplant: Papst Leo XIV. berät mit Vatikanbehörde
  6. Der Vatikan ist in Kontakt mit der Bruderschaft St. Pius X., um eine Spaltung zu vermeiden
  7. Bischof Huonder zieht sich in Haus der Piusbruderschaft zurück






Top-15

meist-gelesen

  1. EINMALIGE CHANCE - SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  2. „Leo macht Schluss mit ‚Doppelstandards‘: Warum der deutsche Synodale Weg ins Stocken gerät“
  3. „Puff für alle“: Entsetztes Kopfschütteln über Sexualkunde-Aufgabe an katholisch geprägtem Gymnasium
  4. Bischöfe und ZdK wollen die AfD ausgrenzen, der Papst empfängt einen AfD-Bundestagsabgeordneten
  5. Die nächste Reform ist immer die beste aller Zeiten
  6. „So wie Volker Beck geht es mir auch mit ganz vielen Predigten und kirchlichen Verlautbarungen“
  7. Vertrauenskrise in der Kirche
  8. Vatikan korrigiert argentinische Bischöfe: Gläubige dürfen kniend und auf die Zunge kommunizieren
  9. Proteste gegen Auftritt von Kardinal Marx
  10. Kardinal Eijk: Synodenbericht der Arbeitsgruppe 9 muss zurückgewiesen werden
  11. 'Gut' gebrüllt, Löwe?
  12. Komm, o Geist der Heiligkeit! Aus des Himmels Herrlichkeit!
  13. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  14. Warum die deutsche „Demokratie-Kirche“ keine Zukunft hat
  15. Rom und die orientalisch-orthodoxen Kirchen seit Fiducia supplicans

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz