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Kard. Müller: „Niemand hat das Recht den Papst zu kritisieren, wenn er treu seinem Auftrag folgt“

vor 1 Stunden in Kommentar, 3 Lesermeinungen
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„Vom Heiligen Vater kann niemand etwas anderes erwarten als den Einsatz für den irdischen Frieden unter den Völkern.“ Reaktion auf die Polemik von US-Präsident Trump über Papst Leo XIV. Von Gerhard Ludwig Kardinal Müller


Vatikan-Washington DC (kath.net) Die Kardinäle haben völlig frei und nur im Bewusstsein ihrer Verantwortung vor Gott denjenigen unter ihren Mitbrüdern zum Papst gewählt, den Gott selbst erwählt und gewollt hat als Nachfolger des Hl. Petrus. Und wir Kardinäle haben Papst Leo XIV. den Gehorsam versprochen und die Bereitschaft erklärt für ihn und die Kirche Christi einzutreten bis zum Einsatz des eigenen Lebens. Ein neues Avignon, wovon drohend die Rede war, wird es nicht geben und wer von irgendeinem Machthaber als Gegenpapst aufgebaut wird oder sich dazu machen lässt, ist ein verdammter Verräter am Werk Christi. 

Vom Heiligen Vater kann niemand etwas anderes erwarten als den Einsatz für den irdischen Frieden unter den Völkern, der ein Vorschein ist des Friedens aller Menschen in Gott, der uns mit sich und die Völker untereinander in Christus versöhnt hat. Die USA haben als eine politische, wirtschaftliche, technologische und militärische Supermacht eine besondere historische Verantwortung für den Frieden, die Freiheit und das Wohlergehen der Menschheit in unserer globalen Welt. Sie sind eine Demokratie und aufgebaut auf den fundamentalen Menschenrechten. Ihre besondere Rolle auch bei der Eindämmung von gefährlichen Regimen und Diktaturen, die für die ganze Welt lebensgefährlich waren und werden, ist nicht zu leugnen. Das Völkerrecht, das von der Schule von Salamanca im Geiste des hl. Thomas von Aquin auf der Basis des natürlichen Sittengesetzes entwickelt wurde, dient nicht dem Schutz der Tyrannen und Eroberer, sondern den Völkern. Die brutalen Verbrechen gegen das eigene Volk und die anderen Völker müssen unter den gegebenen Umständen auch mit ökonomischen Sanktionen und militärischen Mitteln bekämpft werden. Die Appeasementpolitik gegenüber Hitler hat sich als eine Katastrophe erwiesen und im II. Weltkrieg bitter gerächt. Papst Franziskus hat vor einem III. Weltkrieg gewarnt, der in Raten kommt und in einer Explosion der ganzen Welt enden würde. 


Das Iranische Regime muss weltweit gebrandmarkt werden als Missbrauch der Religion, die Gottesverehrung ist, und in welcher Form auch immer niemals zur Rechtfertigung von Morden an Unschuldigen missbraucht werden darf. Es lohnt sich die Regensburger Rede von Papst Benedikt XVI, (2006) nachzulesen und auch Gaudium et spes77-90. Die Zerstörung des Kriegsmaterials von diktatorischen Staaten und vor allem ihrer Fähigkeit Nuklearwaffen einzusetzen, ist moralisch nicht illegitim und kann historisch geboten sein. Hier ist immer das Dilemma, dass die politisch und militärisch Handelnden sich auch schuldig machen, weil es von Natur aus keine sauberen Kriege gibt, besonders dann wenn alle friedlichen Mittel von Verhandlungen ausgeschöpft sind. Wer wollte den Ukrainern das Recht absprechen, sich zu verteidigen, auch wenn sie zu denselben Mittel greifen müssen wie ihre Todfeinde? Ein kaum aufzulösendes moralisches Dilemma!

Im konkreten Fall ist aber klar zu sagen, dass niemand das Recht hat den Papst zu kritisieren, wenn er treu seinem Auftrag folgt, den er von Christus erhalten hat, das Evangelium des Friedens zu bezeugen. Die Botschaft Christi steht über den Interessen der Politik und Gott ist unser Richter. Und kein Sterblicher darf sich anmaßen, den Namen Gottes für seine Interessen zu instrumentalisieren. Auch ein guter Zweck heiligt nicht die schlechten Mittel. Wir können nur arbeiten und beten für den Frieden, aber nicht um jeden Preis, sondern für einen gerechten Frieden, auch für das iranische Volk, dass es von einer Terrorherrschaft befreit wird. Und auch das Existenzrecht Israels darf nie in Frage gestellt werden. Aber wir hoffen, dass nicht mehr kriegerische Mittel notwendig sind, weil alle Nachbarn im Nahen Osten friedlich miteinander auskommen wollen. Papst Leo XIV. begann seinen apostolischem Dienst mit dem biblischen Gruß an alle Menschen guten Willens mit den Worten: Der Friede sei mit euch!


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Lesermeinungen

 Schillerlocke vor 2 Stunden 
 

Die Eminenz

hat die Dilemma-Situationen politischer Entscheidungsträger klar analysiert und sich ebenso klar und mit offenem Visier vor den Papst gestellt. Die Haltung des Kardinals ist vorbildhaft und gibt auch uns katholischen Laien eine gute Orientierung.


3
 
 Stephaninus vor 4 Stunden 
 

Nun auch noch Vance

Jetzt hat sich auch noch Vance darum bemüht, den Papst anzugehen - immerhin in der Wortwahl scheinbar gemässigt.
In den USA wird das Ganze den beiden bei den katholischen Wählern sehr viel Sympathie kosten. Für mich ist noch deutlicher klar geworden: Auch bei den Kämpfern gegen den linken Mainstream gibt es Politiker, die man vielleicht wirklich nicht wählen sollte.


3
 
 rosenstaedter vor 5 Stunden 
 

"Darf man den amtierenden Heiligen Vater Kritik aussetzen"?

Dabei sollte man dem Rat von Jesus folgen:

"Was DU meinem Geringsten getan hast - Das hast DU mir getan!"

Gilt auch eine Glaubensbruder zu ermahnen!

Wobei, Trump ist kein Glaubensbruder und sein "Christlichkeit" ist vergleichbar mit einem "Potemkinschen Dorf"!

Seine Reden und sein Geschreibsel sind voller Hass und Zorn und gehören zu den Todsünden!


3
 

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