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| ![]() Papst an künftige Beichtväter: „Versäumt es nie, selbst das Sakrament der Versöhnung zu empfangen“vor 4 Stunden in Aktuelles, keine Lesermeinung Leo XIV.: „In der Feier des Sakraments der Beichte, während die Büßer mit Gott und der Kirche versöhnt werden, wird die Kirche selbst durch die erneuerte Heiligkeit ihrer reuigen und vergebenen Kinder erbaut und bereichert.“ Von Petra Lorleberg Vatikan (kath.net/pl) kath.net dokumentiert die vollständige Ansprache von Papst Leo XIV. an die Teilnehmer des Kurses zum Forum internum in voller Länge in eigener Übersetzung. Dieser Kurs wurde von der Apostolischen Pönitentiarie veranstaltet. Papst Leo empfing die Teilnehmer am Freitag, den 13. März 2026, in der Sala Clementina. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Eure Eminenz, Eure Exzellenz, liebe Priester, Diakone und alle anderen, die heute bei uns sind, guten Morgen und herzlich willkommen! Es freut mich sehr, diejenigen zu treffen, die sich in den Anfängen ihres priesterlichen Dienstes befinden oder auf ihre Priesterweihe warten und ihre Ausbildung als Beichtväter durch den jährlich von der Apostolischen Pönitentiarie angebotenen Kurs zum Forum internum vertiefen. Ich grüße herzlich Seine Eminenz, Kardinal Angelo De Donatis, den Großpönitentiar, Regens Monsignore Nykiel, und an alle Mitglieder der Pönitentiarie, an die ordentlichen und außerordentlichen Pönitentiarien der päpstlichen Basiliken sowie Sie alle, die an diesem Kurs teilnehmen. Er [dieser Kurs] war ein dringlicher Wunsch des heiligen Johannes Paul II., der ihn mit seiner pastoralen Leidenschaft unterstützte; er [der Kurs] wurde bestätigt von Papst Benedikt XVI. mit seiner theologischen Weisheit und von Papst Franziskus, der stets darauf bedacht war, das barmherzige Antlitz der Kirche zu zeigen. Auch ich bitte Sie inständig, diesen Dienst fortzusetzen und das Ausbildungsprogramm zu vertiefen und zu erweitern, damit das vierte Sakrament immer tiefer verstanden, würdig gefeiert und so von allen Gläubigen in Stille und Wirksamkeit gelebt wird. Das Sakrament der Versöhnung hat – wie wir wissen – im Laufe der Geschichte sowohl im theologischen Verständnis als auch in der Form seiner Feier eine bedeutende Entwicklung erfahren. Die Kirche, unsere Mutter und Lehrerin, hat die Bedeutung und Funktion des Sakraments zunehmend erkannt und den Umfang seiner Feier erweitert. Doch die Tatsache, dass das Sakrament wiederholt empfangen werden kann, geht nicht immer mit der Bereitschaft der Getauften einher, es auch zu nutzen: Es ist, als bliebe der unendliche Schatz der Barmherzigkeit der Kirche „ungenutzt“, da viele Christen abgelenkt sind und nicht selten lange im Zustand der Sünde verharren, anstatt mit reinem Glauben und offenem Herzen zur Beichte zu gehen, um die Gabe des auferstandenen Herrn zu empfangen. Es war das Vierte Laterankonzil im Jahr 1215, das festlegte, dass jeder Christ verpflichtet ist, mindestens einmal im Jahr die sakramentale Beichte abzulegen. Der Katechismus der Katholischen Kirche bestätigte nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil diese Norm (vgl. KKK, Nr. 1457), die zugleich Kirchenrecht ist: „Es ist Vorschrift der Kirche, daß jeder Gläubige nach Erreichen des Unterscheidungsalters die schweren Sünden, deren er sich bewußt ist, wenigstens einmal im Jahr beichtet (Codex Iuris Canonici, 989). Der heilige Augustinus bekräftigt: „Wer seine Sünden bekennt und sie anklagt, wirkt nun mit Gott zusammen. Gott klagt deine Sünden an; und wenn auch du sie anklagst, bist du mit Gott verbunden“ (In Iohannis evangelium tractatus, 12, 13: KKK 36, 128). Unsere Sünden zu erkennen, insbesondere in der Fastenzeit, bedeutet daher, mit Gott im Einklang zu sein und uns mit ihm zu vereinen. Das Sakrament der Versöhnung ist somit eine „Werkstatt der Einheit“: Es stellt die Einheit mit Gott durch die Vergebung der Sünden und die Zufuhr der heiligmachenden Gnade wieder her. Dies fördert die innere Einheit des Einzelnen und die Einheit mit der Kirche; folglich trägt es auch zu Frieden und Einheit in der Menschheitsfamilie bei. Man könnte sich fragen: Besitzen jene Christen, die in bewaffneten Konflikten schwere Verantwortung tragen, die Demut und den Mut, ihr Gewissen ernsthaft zu prüfen und zu beichten? Aber – wir fragen uns erneut – kann der Mensch, ein kleines und einfaches Geschöpf, die Einheit mit dem Schöpfer wirklich „brechen“? Ist dieses Bild nicht vielleicht eine einseitige und letztlich herabwürdigende Auslegung der Offenbarung, die Jesus uns über Gott gegeben hat? Bei genauerer Betrachtung bricht die Sünde nicht die Einheit, verstanden als die ontologische Abhängigkeit des Geschöpfes vom Schöpfer: Selbst der Sünder bleibt völlig von Gott, dem Schöpfer, abhängig, und diese Abhängigkeit kann, wenn sie erkannt wird, den Weg zur Umkehr öffnen. Sünde zerstört vielmehr die geistliche Einheit mit Gott: Sie bedeutet, ihm den Rücken zu kehren, und diese dramatische Möglichkeit ist ebenso real wie die Freiheit, die Gott selbst den Menschen geschenkt hat. Die Möglichkeit zu leugnen, dass Sünde die Einheit mit Gott tatsächlich zerstört, bedeutet in Wirklichkeit, die Würde des Menschen zu verkennen, der frei ist und bleibt und daher für sein Handeln verantwortlich ist. Liebe junge Priester und Priesteramtskandidaten, seid euch stets der erhabenen Aufgabe bewusst, die Christus selbst euch durch die Kirche anvertraut: die Einheit der Menschen mit Gott durch die Feier des Sakraments der Versöhnung wiederherzustellen. Das ganze Leben eines Priesters kann durch die eifrige und treue Feier dieses Sakraments vollends erfüllt werden. Und wie viele Priester sind im Beichtstuhl heilig geworden! Denken wir nur an den heiligen Johannes Maria Vianney, den heiligen Leopold Mandić und in jüngerer Zeit an den heiligen Pio von Pietrelcina und den seligen Michał Sopoćko. Die wiederhergestellte Einheit mit Gott ist zugleich Einheit mit der Kirche, dem mystischen Leib Christi: Wir sind Glieder des „ganzen Christus“. Das Thema Ihres diesjährigen Kurses, „Die Kirche, berufen, ein Haus der Barmherzigkeit zu sein“, wäre unverständlich, wenn wir nicht von der Wurzel, dem auferstandenen Jesus Christus, ausgingen. Die Kirche empfängt die Menschen als „Haus der Barmherzigkeit“, weil sie in erster Linie ihren Herrn immer wieder willkommen heißt, im gehörten und verkündeten Wort und in der Gnade der Sakramente. Deshalb wird in der Feier des Sakraments der Beichte, während die Büßer mit Gott und der Kirche versöhnt werden, die Kirche selbst durch die erneuerte Heiligkeit ihrer reuigen und vergebenen Kinder erbaut und bereichert. Liebe Brüder, im Beichtstuhl wirken wir an der ständigen Erbauung der Kirche mit: der einen, heiligen, katholischen und apostolischen; und dadurch geben wir auch der Gesellschaft und der Welt neue Kraft. Die Einheit mit Gott und mit der Kirche ist letztlich die Voraussetzung für die innere Einheit des Einzelnen, die in unserer heutigen Zeit der Zersplitterung so notwendig ist. Diese innere Einheit zeigt sich als ein tiefes Verlangen, besonders in den jüngeren Generationen. Die unerfüllten Versprechen des ungezügelten Konsums und die frustrierende Erfahrung einer von der Wahrheit losgelösten Freiheit können durch Gottes Barmherzigkeit zu Gelegenheiten der Evangelisierung werden: Indem sie ein Gefühl der Unvollständigkeit an die Oberfläche bringen, ermöglichen sie uns, jene existenziellen Fragen zu stellen, auf die nur Christus eine vollständige Antwort geben kann. Gott wurde Mensch, um uns zu retten, und er tut dies auch, indem er unser religiöses Empfinden, unsere unstillbare Sehnsucht nach Wahrheit und Liebe nährt, damit wir das Geheimnis erfassen, in dem wir „leben, uns bewegen und sind“ (Apg 17,28). Diese Dynamik der Einheit mit Gott, mit der Kirche und in uns selbst ist eine Voraussetzung für den Frieden zwischen den Völkern: Nur ein versöhnter Mensch ist fähig, unbewaffnet und entwaffnend zu leben! Wer die Waffen des Stolzes niederlegt und sich von Gottes Vergebung immer wieder erneuern lässt, wird im Alltag zu Werkzeugen der Versöhnung. In ihm oder ihr erfüllen sich die Worte des heiligen Franz von Assisi: „Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens.“ Liebe Freunde, versäumt es nie, selbst mit treuer Beständigkeit das Sakrament der Versöhnung zu empfangen, damit ihr stets die Ersten seid, die die göttliche Barmherzigkeit erfahren, deren Diener ihr geworden seid oder noch werden werdet. Möge Maria, die Mutter der Barmherzigkeit, euch auf eurem Weg stets begleiten und eure Schritte erleuchten. Ich erteile euch und eurem täglichen Wirken von Herzen meinen Apostolischen Segen. Vielen Dank. Foto aus dieser Begegnung (c) Vatican Media Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal! ![]() LesermeinungenUm selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen. Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. 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