Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Einheit heilen, ohne Wahrheit zu verdunkeln
  2. Vatikan an die Bischöfe in Deutschland: Klares NEIN zur Laienpredigt!
  3. Sieben Pfarreien sind viel zu viel für ein Bistum
  4. Bisher stärkster Weihejahrgang bei Priesterbruderschaft St. Petrus
  5. Gehört der menschliche Leichnam der Allgemeinheit?
  6. 800 Personen bei Nudelessen im Innsbrucker Dom
  7. „Man kann die priesterlichen Vollmachten nicht beliebig aufteilen und funktionalistisch outsourcen“
  8. Hostienmangel in Kuba: Kirche in Panama und Puerto Rico senden Hilfe
  9. Erzbischof Grünwidl: "Das größere Problem ist der Gläubigenmangel"
  10. Leo XIV: „Die Autorität des Primats liegt bei demjenigen, der zuhört und nur deshalb führt“
  11. Vatikan veröffentlicht Programm der Kardinalsversammlung
  12. WM-Public-Viewing in katholischer KIRCHE - (K)eine gute Idee?
  13. US-Bischof Barron: „Erzbischof Paglia bestätigte die schlimmsten Befürchtungen vieler von uns“
  14. Innsbruck: Generalvikar Buemberger lässt Funktionen vorübergehend ruhen
  15. "Der priesterliche Weg ist kein Weg irdischer Herrlichkeit, sondern ein Weg des Kreuzes"

In muslimischen Regionen müssen Christen den Ramadan nicht selten mitbefolgen

26. März 2026 in Weltkirche, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Während des Ramadan erleben viele Christen in muslimischen Gesellschaften starken sozialen Druck und teilweise offene Diskriminierung, schreibt Ninve Ermagan in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ).


Frankfurt a.M. (kath.net) Ninve Ermagan hat einen Gastbeitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) veröffentlicht mit dem Titel „Christen im Ramadan: Du musst auch fasten!“. Nach Gesprächen mit Christen aus Jemen und Ägypten beschreibt sie die Situation der Christen in mehrheitlich muslimischen Ländern während des Ramadan. Während der Ramadan für Muslime eine Zeit der Gemeinschaft, Spiritualität und des freiwilligen Fastens darstellt, erleben viele Christen in solchen Gesellschaften starken sozialen Druck und teilweise offene Diskriminierung, stellt sie fest.

Ermagan schildert, dass Christen besonders in konservativen oder radikaleren Landstrichen sich oft anpassen müssen, um Konflikte oder Repressalien zu vermeiden: Deshalb fasten Christen tagsüber mit, essen und trinken nicht öffentlich und verbergen sogar ihre christliche Identität. 

Im Jemen (besonders unter Huthi-Herrschaft) müssen Christen wie die Konvertitin Nada tagsüber öffentlich fasten, um nicht aufzufallen. Sie bricht das Fasten nur heimlich zu Hause. Die Autorin zitiert Nada: „Wenn wir das Haus verlassen, müssen wir fasten, um so zu sein wie sie.“ Und weiter: „Wir mögen keine Lügen, aber wir sind gezwungen zu lügen.“ Ihre Familie weiß nichts von ihrem Glauben – sonst droht ihr der Tod. Sie beteiligt sich sogar an muslimischen Gebeten, um Verdacht zu vermeiden.


Der konvertierte Christ Ahmed (ehemals Jemen, jetzt Ägypten) berichtet: Öffentliches Nicht-Fasten ist auch in Ägypten kaum möglich – man fällt auf und muss sich rechtfertigen. Zitat Ahmed: „In der Öffentlichkeit nicht zu fasten, ist auch hier kaum möglich.“ Er selbst kann wegen eines Leistenbruchs gesundheitlich gar nicht fasten, nutzt das aber als „Schutz-Erklärung“, ohne zu provozieren.

Der jemenitische Christen-Aktivist John Ghanim (aus London) erzählt von einem jungen Mann, der gezwungen wurde, in die Moschee zu gehen: „Er weinte, weil er dachte, dass er seinen Glauben betrügt.“

Ermagan kontrastiert klar: Für Muslime ist der Ramadan Gemeinschaft, Besinnung und freiwilliges Fasten. Für Christen als Minderheit bedeutet er Zwang zur Anpassung, Unsichtbarkeit, Verbergen des eigenen Glaubens und ständige Angst vor Nachbarn, Familie oder Behörden. Der Islamwissenschaftler Kacem El Ghazzali wird zitiert: Gesetze kriminalisieren öffentliches Essen/Trinken, und die Gesellschaft fungiert als „Hüter der Regeln“.

Der Druck verschärft sich laut Organisationen wie Open Doors besonders auf Konvertiten (Beispiele: Auspeitschung auf Sansibar, Zwangsschließung von Geschäften in Bangladesch). Christen leben oft im Verborgenen, gehen täglich Risiken ein, verlieren viel – finden aber Frieden in ihrem Glauben.

 Ermagan kontrastiert das mit der freiwilligen, spirituellen Fastenpraxis im Christentum (z. B. Fastenzeit) und kritisiert damit auch implizit eine einseitige Feier des Ramadan in Deutschland (indirekter Bezug auf das Fastenbrechen der Grünen im Bundestag als Zeichen von „Vielfalt“), während die Realität für Christen in manchen islamischen Ländern ausgeblendet wird.

 Ninve Ermagan verlinkt ihren FAZ-Beitrag auf ihrem Auftritt auf X und schreibt dazu: „Verrückt, mit welchem Hass ich überschüttet werde, weil ich einen Artikel über die Situation von Christen während des Ramadan geschrieben habe. Ich habe mit Christen aus dem Jemen und Ägypten gesprochen. Mir wird deshalb Rassismus vorgeworfen.“

Ninve Ermagan ist eine junge deutsche Journalistin mit assyrisch-christlichen Wurzeln. Sie ist in Deutschland geboren und aufgewachsen – als Tochter assyrisch-orthodoxer Eltern, die aus dem Nahen Osten flohen. Sie schreibt immer wieder für Medien wie FAZ, taz, Jüdische Allgemeine, NZZ, Cicero, ZDF und ARD.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Sarah-Maria 26. März 2026 
 

Christ sein im Ramadan

Meine Nichte lebt seit 20 Jahren mit ihrer Familie in Marokko. Sie, ihr Ehemann und die Kinder sind katholisch. Die Familie hat sich aus Respekt vor Kollegen und Freunden recht früh entschieden, im Ramadan bewusst auch zu fasten; die Kinder seinerzeit ausgenommen. Sie sind niemals gezwungen worden oder angegriffen worden! Es war ein Zeichen von Respekt, dass sie sich integrieren wollten. Nach erster Skepsis und Kopfschütteln von europäischen Kollegen, fasten inzwischen auch viele nicht muslimische Kollegen. Einige nur eine kurze Zeit unt andere den ganzen Ramadan. Ich hatte seinerzeit eine Kollegin die stets den Ramadan einhielt und uns explizit gebeten hat, unser Frühstück und Mittagessen ohne schlechtes Gewissen gern wie immer zu essen.


0
 
 Versusdeum 26. März 2026 
 

Und ich dachte, es geht um NRW oder Wien

denn auch bei uns werden immer mehr Fälle berichtet, wo nicht nur muslimische Schüler, die nicht streng fasten, massiv bedrängt werden sondern sogar unbeteiligte, also christliche Kinder oder solche aus nichtgläubigen Familien.
Es beginnt zu kippen, besonders dort, wo Muslime bereits die relative Mehrheit der Kinder und Jugendlichen stellen (selbst in Wien über 40%!)!
Beten wir, vor allem den Rosenkranz!


0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Christenverfolgung

  1. UN-Experten: Christliche Frauen und Mädchen in Nigeria besonders von Gewalt bedroht
  2. Bischof Robert Barron: Krieg gegen Christen ist real – Welt darf nicht länger schweigen
  3. Besuch des syrischen Präsidenten - „Kirche in Not“ fordert Bundeskanzler Merz zum Handeln auf
  4. Zur weltweiten Christenverfolgung Schweigen, zu Israels „Fehler“ Empörung
  5. Belgischer öffentlich-rechtlicher Sender lässt Moderatoren Marien- und Jesus-Statuen zertrümmern!
  6. Berliner Landesbischof Stäblein erinnert an weltweite Christenverfolgung
  7. Neuer Bericht zum Iran: Zahl der Festnahmen von Christen verdoppelt sich

Islam

  1. Italienischer Bischof ruft zur Evangelisierung von Muslimen auf – Unterstützung von Konvertiten
  2. Der ‚reaktionäre‘ Islam und die Herausforderung für den liberalen Verfassungsstaat
  3. Islamexperte Mansour warnt: Europa hat ‚naive Haltung‘ zum Islam
  4. Wien: Viele junge Muslime stellen religiöse Vorschriften über österreichische Gesetze
  5. Öffentliche Wiener Mittelschulen: Jeder zweite Schüler ist Moslem
  6. Pakistans Scharia-Gericht billigt Entführung, Vergewaltigung, Kinderehe einer 13-jährigen Christin
  7. Islamistengruppe ‚Nūr al-ʿIlm‘ breitet sich in Norddeutschland aus






Top-15

meist-gelesen

  1. EINMALIGE SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - HEUTE ANMELDESCHLUSS!
  2. Vatikan an die Bischöfe in Deutschland: Klares NEIN zur Laienpredigt!
  3. „Man kann die priesterlichen Vollmachten nicht beliebig aufteilen und funktionalistisch outsourcen“
  4. Sieben Pfarreien sind viel zu viel für ein Bistum
  5. 800 Personen bei Nudelessen im Innsbrucker Dom
  6. Einheit heilen, ohne Wahrheit zu verdunkeln
  7. Innsbruck: Generalvikar Buemberger lässt Funktionen vorübergehend ruhen
  8. Bisher stärkster Weihejahrgang bei Priesterbruderschaft St. Petrus
  9. Johannes Laichner neuer "Missio"-Nationaldirektor in Österreich
  10. Ehemalige Hamas-Geisel deckt die Lügen der UN-Sonderberichterstatterin auf!
  11. US-Bischof Barron: „Erzbischof Paglia bestätigte die schlimmsten Befürchtungen vieler von uns“
  12. "Der priesterliche Weg ist kein Weg irdischer Herrlichkeit, sondern ein Weg des Kreuzes"
  13. Das zweite Konsistorium Leos XIV.
  14. Französische Sportmoderatorin: „Es gibt hunderte Spieler, die dafür töten würden“
  15. Gehört der menschliche Leichnam der Allgemeinheit?

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz