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| ![]() Afrikas Bischöfe erklären Umgang mit Polygamievor 2 Stunden in Familie, 1 Lesermeinung Im Rahmen der Weltsynode der katholischen Kirche beauftragter Studienbericht veröffentlicht - Bekenntnis zum monogamen, christlichen Eheverständnis - Die offizielle Zusammenfassung in voller Länge in kath.net-Übersetzung! Vatikanstadt (kath.net/KAP) Die Bischöfe Afrikas betonen die monogame Verbindung als unverzichtbares Fundament christlicher Ehelehre, wollen polygam lebende Menschen seitens der Kirche aber besser begleiten. In ihrem Abschlussbericht über den Umgang mit Vielehen werben sie für einen pastoralen Ansatz der Nähe, des Zuhörens und der Begleitung ohne Verurteilung der betroffenen Personen. Das 28 Seiten umfassende Schreiben wurde am Dienstag veröffentlicht und enthält neben seelsorgerischen Handlungsempfehlungen einen historischen Überblick über Vorkommen, Ursachen und rechtliche Grundlagen von Polygamie. Zudem setzt es sich mit ihrer Behandlung in der Bibel, den Grundlagen der christlichen Ehe und den bisherigen pastoralen Ansätzen etwa von christlichen Missionaren auseinander. Die Vereinigung der Bischofskonferenzen von Afrika und Madagaskar (SECAM) war im Rahmen des globalen katholischen Reformprojekts Weltsynode mit einer theologischen und pastoralen Auseinandersetzung zum Thema Polygamie beauftragt worden. Die katholische Kirche versteht die Ehe als lebenslange Verbindung von einem Mann und einer Frau. Erst im November gab die vatikanische Glaubensbehörde eine lehramtliche Note heraus, in der Polygamie, Ehebruch und Polyamorie eine klare Absage erteilt und dazu aufgerufen wurde, kulturelle Situationen in der Pastoral ernst zunehmen, ohne das christliche Eheverständnis zu relativieren. Taufe für die erste Frau und die Kinder In ihrem nun veröffentlichten Bericht "Die seelsorgerischen Herausforderungen der Polygamie" plädieren die Bischöfe Afrikas für eine Begleitung von polygam lebenden Familien, die das kirchliche Modell grundsätzlich erhält, jedoch unterscheiden sie zwischen den verschiedenen Mitgliedern. So könnten etwa die erste Ehefrau und die Kinder der Familie vollständig in die christliche Gemeinschaft aufgenommen werden und die Sakramente wie die Taufe empfangen. Das gilt aber nicht für den polygam lebenden Mann und seine weiteren Frauen. Sie seien dazu eingeladen, "ihren Glauben in Buße und in der Hoffnung auf eine vollständige Integration in die Gemeinschaft der Jünger Jesu zu leben". Zudem wollen die Bischöfe die Gleichberechtigung von Frauen und Männern fördern. In ihrem Schreiben wünschen sie eine Seelsorge, die die Würde der Frau stärkt. Weil Polygamie auch mit der prekären moralischen und sozioökonomischen Lage von Frauen zusammenhängen kann, schlagen sie eine Art Witwen-Netzwerk vor. Die Frauen sollten nicht mehr gezwungen sein, aus materiellen Gründen nach dem Tod des Partners eine polygame Ehe mit einem Bruder des Verstorbenen einzugehen. Stattdessen sollten die Brüder die Witwen moralisch und finanziell unterstützen. Glaube an erster Stelle Grundsätzlich betonen die Bischöfe, den Glauben des Einzelnen als relevantes Kriterium, dem der Empfang der Sakramente folge - ohne deren Bedeutung zu schmälern. "Auch ohne den objektiven Empfang des Sakraments ist zu hoffen, dass jeder Mensch, vereint im gemeinsamen Glauben, dazu verholfen wird, eine wahre geistliche Gemeinschaft mit dem zu erlangen, der gefeiert wird, unserem Herrn Jesus Christus." Link: Studienbericht auf der Website des Synodensekretariats, engl.: https://www.synod.va/en/the-synodal-process/phase-3-the-implementation/the-study-groups/final-reports/secam-commission-on-poligamy.html Copyright 2026 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich kath.net dokumentiert die (offizielle) Zusammenfassung des Schreibens der Vereinigung der Bischofskonferenzen von Afrika und Madagaskar (SECAM) in voller Länge in eigener Übersetzung: 1. EINLEITUNG Die afrikanische Familie gründet auf einem Bund: einem Bund zwischen menschlichen Gruppen, einem Bund mit den Ahnen und einem Bund mit Gott. Im Zentrum dieser Familie steht das Kind als unschätzbarer Schatz, als göttlicher Segen. Es führt den Namen der Familie fort und stärkt gleichzeitig das gegenwärtige Leben. Zahlreiche Nachkommen zu haben, ist ein Geschenk Gottes. In diesem Kontext muss die Institution der Polygamie verstanden werden. Sie bezeichnet ein Ehesystem, in dem eine Person gleichzeitig mit mehreren Ehepartnern verbunden ist. Bei einer Frau mit mehreren Ehemännern spricht man von Polyandrie, bei einem Mann mit mehreren Ehefrauen von Polygynie. Letzteres ist sicherlich der häufigste Fall. Der Begriff „Polygamie“ ist mittlerweile üblich, um die Praxis eines Mannes mit mehreren Ehefrauen zu beschreiben, da Polyandrie fast vollständig verschwunden ist. Doch diese Realität ist nicht auf Afrika beschränkt. Sie ist universell. Deshalb stellt sie die gesamte Kirche vor Herausforderungen in der Seelsorge. Dennoch ist die Polygamie auf dem afrikanischen Kontinent am weitesten verbreitet, und dort sind Christen besonders stark betroffen. 2. Polygamie in Afrika – von gestern bis heute Die Ursachen der Polygamie sind vielfältig. In agrarischen oder nomadischen Gesellschaften war das Streben nach einer großen Familie durch Überlebens- und Expansionszwänge bedingt. Die Ehe hatte eine starke gemeinschaftliche und religiöse Dimension: Sie umfasste Großfamilien und verankerte die Verbindung in einer heiligen Ordnung. Scheidung war die Ausnahme. Anthropologische Studien zeigen jedoch, dass selbst in polygamen Gesellschaften das symbolische Ideal oft monogam blieb: Die erste Frau genoss einen besonderen Status, während die anderen eine untergeordnete Rolle einnahmen. Der spätere Kontakt mit Islam und Christentum veränderte diese Strukturen, indem er die Ehepraktiken teils bestärkte, teils transformierte. 3. Die biblische Erfahrung berücksichtigen Um die seelsorgerische Urteilsfähigkeit zu stärken, ist es notwendig, diese kulturelle Realität mit dem biblischen Eheverständnis zu vergleichen. Im Alten Testament ist Polygamie belegt und rechtlich toleriert. Patriarchen wie Abraham und Jakob sowie Herrscher wie David und Salomo lebten in polygamen Beziehungen, oft aus dem Wunsch nach Nachkommen oder dem Streben nach Macht. Das mosaische Gesetz regelte diese Situationen, ohne sie zu einem Ideal zu erheben. Dennoch zieht sich eine theologische Strömung durch die Heilige Schrift. Die Schöpfungsberichte stellen die Verbindung von Mann und Frau als ursprüngliches Paradigma dar. Die Propheten, die die Theologie des Bundes entwickelten, beschreiben die Beziehung zwischen Gott und seinem Volk als eine ausschließliche Liebe. Die Weisheitsliteratur preist die Treue zur „Frau der Jugend“, und das Buch Tobit bezeugt ein uneingeschränkt gelebtes monogames Ideal. So entsteht eine göttliche Pädagogik: Was im Laufe der Geschichte toleriert wurde, wird dadurch nicht als endgültige Norm dargestellt. Das Neue Testament bietet eine entscheidende Erkenntnis. Mit Bezug auf den Plan des Schöpfers erinnert Jesus an die ursprüngliche Einheit der Ehe: „Die zwei werden ein Fleisch sein.“ Im Geiste der Gegensätze im Matthäusevangelium bekräftigt Jesus die vom Schöpfer gewollte monogame Ehe: ein Mann und eine Frau (vgl. Mt 19,4–5). Der Apostel Paulus integriert dieses Gebot in das Leben der Kirche und fordert die Leiter auf, „Ehemänner einer einzigen Frau“ zu sein. Die Offenbarung in Jesus Christus zeigt somit, dass eheliche Einheit und Exklusivität zur tiefen Wahrheit der von Gott gewollten Ehe gehören (vgl. 1 Kor 7,2; 1 Tim 3,2.12). 4. CHRISTLICHE EHE: EIN MANN UND EINE FRAU Die Form der Ehe wurzelt in der christlichen Theologie der Ehe, die ihrerseits vom Wort Gottes inspiriert ist. Der Text der Genesis erinnert uns daran: „Gott erschuf den Menschen als sein Bild, als Bild Gottes erschuf er ihn. Als Mann und Frau erschuf er sie“ (Gen 1,27). Dieser Wechsel vom Singular zum Plural verdeutlicht die gleiche Würde von Mann und Frau vor Gott. Der zweite, ältere Schöpfungstext (vgl. Gen 2,21–23) ist in diesem Punkt deutlicher. Die Frau wird vom Mann genommen. Der Mann selbst erkennt die Frau als seine Gefährtin gleicher Natur an: „Diese ist nun Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch; sie soll Männin heißen – Ischscha –, denn sie ist vom Mann genommen“ (Gen 2,23). Wird hier nicht die einzigartige Verbindung zwischen Mann und Frau bekräftigt? Tatsächlich stützt sich Jesus auf diese Passagen aus dem Buch Genesis, um den besonderen Wert der monogamen Ehe zu bekräftigen. In der Bibel ist das menschliche Paar dazu berufen, Leben, ja sogar Gottes eigenes Leben, weiterzugeben und so sein Werk fortzuführen. Eine der Ursachen für Polygamie ist jedoch die Unfruchtbarkeit der Frau. Obwohl die Frage der Mutterschaft von entscheidender Bedeutung ist, bezieht sich der Begriff „Mutter“ nicht allein auf die Gebärende. Im biblischen Sinne ist der Begriff „Mutter“ daher umfassender als die biologische Mutterschaft und schließt andere Arten der Lebensgabe und -förderung ein. Dies ist grundlegend für jede Frau. Von nun an richtet sich der Blick des Gläubigen nicht länger starr auf die biologische Fruchtbarkeit. Die durch Tugend vollbrachten Werke machen unsterblicher als Nachkommen. Unfruchtbarkeit wird allmählich angenommen und verwandelt. So wird eine geistliche Fruchtbarkeit verkündet, ein Zeugnis für die Unverdientheit von Gottes Heil und die Unermesslichkeit seiner Liebe. Daher wird Polygamie nicht als Mittel gegen biologische Unfruchtbarkeit dargestellt. 5. SEELSORGE ERFAHRUNGEN Der pastorale Ansatz der Missionare konzentrierte sich vor allem auf die Bekämpfung der Polygamie. Die monogame Ehe war daher Voraussetzung für das Christsein oder Christwerden. Für die Missionare war Polygamie eine Form der Versklavung von Frauen und somit zutiefst unmoralisch. Für die Väter der SECAM gab es keinerlei Unklarheiten: Kompromisse mit der offiziellen Lehre der Kirche waren ausgeschlossen: „Die Seelsorge an Polygamisten […] muss alles vermeiden, was als Anerkennung der Polygamie […] durch die Kirche erscheinen könnte.“[1] Die Väter der SECAM fördern die monogame Dimension der Ehe, indem sie sich auf die biblischen Lehren von der Einzigartigkeit und Unauflöslichkeit der Ehe berufen. Im heutigen afrikanischen Kontext wurden verschiedene seelsorgerische Praktiken eingeführt, um mit Polygamie umzugehen. Einige verlangen von einem polygam lebenden Mann, der die Sakramente empfangen möchte, dass er nur eine Frau wählt, während den anderen Frauen und ihren Kindern Gerechtigkeit und Unterstützung zugesichert wird. Andere richten ein „ständiges Katechumenat“ ein und nehmen den Betroffenen in die Gemeinde auf, ohne dass er Zugang zu den Sakramenten erhält. Manchmal wird die erste Frau getauft, wenn sie als Opfer einer unfreiwilligen polygamen Ehe gilt. Schließlich bedarf die „verschleierte Polygamie“ – inoffizielle Mehrehen – besonderer Unterstützung, die sich häufig auf die Frau und die Kinder konzentriert. 6. THEOLOGISCHE BEWERTUNG DER PRAXIS Die Taufe, durch die ein Mensch in der Kirche eine Person wird – das heißt, ein Subjekt mit Rechten und Pflichten (CIC/83, can. 96) –, ist das Sakrament des Glaubens, das uns in das Bild Christi verwandelt. Im Namen des Glaubens an die Einheit der sakramentalen Ehe, die eng mit dem Sakrament der Taufe verbunden ist, und im Wissen, dass letztere ein Sakrament der Charakterbildung ist, wäre es vorzuziehen, es polygam lebenden Katechumenen, die darum bitten, nicht anzubieten. Dies würde mehr Probleme schaffen als lösen, insbesondere im Hinblick auf die Rechte, die sich aus der Taufe ergeben, insbesondere das Recht auf den Empfang der anderen Sakramente. Daher wird Polygamisten, die sich durch die Taufgnade mit Christus identifizieren möchten, empfohlen, sich gründlich vorzubereiten, sich von bestimmten kulturellen Zwängen zu befreien, die Botschaft des Evangeliums anzunehmen, sich dem christlichen Ideal zu verschreiben und sich vor dem Empfang der Taufe zu einer monogamen Ehe zu verpflichten. Die Kirche wird daher keinen Polygamisten aufgrund eines Versprechens oder aufgrund dessen, was er auch nach dem Empfang dieses Sakraments weiterhin sein wird, taufen. Letztlich ist es nicht nötig, Polygamisten das Sakrament der Taufe vorwegzunehmen, sondern vielmehr eine Begleitung im Rahmen eines inkulturativen pastoralen Ansatzes, der Wege zu einem seelsorgerischen Umgang mit Polygamie eröffnet. 7. Eine seelsorgerische Antwort auf Polygamie Eine geduldige und anspruchsvolle Vorbereitung, die auf ein konkretes Bekenntnis zu einer monogamen Ehe vor dem Empfang der Taufe abzielt, sollte Priorität haben. Es geht dabei nicht um Ablehnung oder Stigmatisierung, sondern um die Begleitung von Menschen auf ihrem Weg zu einer echten Bekehrung und einer vollständigen sakramentalen Integration. Diese Seelsorge muss von Nähe, Zuhören, Offenheit und Respekt vor den individuellen Lebenswegen geprägt sein. Sie muss auch die Würde der Frau wahren. Wie Maria, die Mutter Jesu, steht sie an vorderster Front eines kulturell geprägten pastoralen Ansatzes zu Ehe und Familie. Die Verkündigung der Wahrheit des Evangeliums ist untrennbar mit Barmherzigkeit verbunden. Die Kirche ist berufen, dieses Bestreben zu unterstützen, die Ehevorbereitung zu stärken und das Verständnis von Fruchtbarkeit über die rein biologische Dimension hinaus zu erweitern. Letztendlich ist die Frage auch ethisch, anthropologisch und ekklesiologisch. Wenn die Ehe die „Hingabe des Selbst an den anderen“ darstellt, stellt sich die Frage, wie ein Mann oder eine Frau diese „Hingabe des Selbst“ leben kann, indem sie sich gleichzeitig mehreren Ehefrauen oder Ehemännern hingibt. Schließlich schuf der Schöpfer sie von Anbeginn an als Mann und Frau. Und er sprach: „Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und sich an seine Frau binden, und die zwei werden ein Fleisch sein.“ So sind sie „nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch“. Wie kann ein Mann oder eine Frau in einer polygamen Beziehung mit mehreren Ehefrauen oder Ehemännern „ein Fleisch werden“? Die christliche Theologie der Ehe bekräftigt, dass ihre Einheit und Unauflöslichkeit auf Gottes Schöpfungsplan zurückzuführen sind. Die Förderung der Monogamie trägt somit zur wirksamen Anerkennung der Würde und Gleichheit von Mann und Frau bei. Die Frage der Polygamie betrifft nicht nur die Familie. Ihnen hat der Artikel gefallen? 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