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Die unerwarteten Wurzeln des Taufbooms in Frankreich

6. Oktober 2025 in Spirituelles, 10 Lesermeinungen
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Warum strömen junge Menschen 200 Jahre nach der Französischen Revolution in die katholische Kirche? – Hat auch der Islam mit dieser Entwicklung zu tun?


Paris (kath.net/pl) Die französische Bischofskonferenz hatte im April bekannt, dass im Jahr 2025 mehr als 10.000 Erwachsene getauft werden sollen – ein Anstieg von 45 % gegenüber dem Vorjahr. Außerdem nahm eine Rekordzahl von 19.000 Menschen, darunter auffallend viele junge Menschen, nahm an der diesjährigen Wallfahrt von Paris nach Chartres teil. Eine beispiellose Zahl von 13.500 Gymnasiasten nahm an der Lourdes FRAT-Wallfahrt 2025 teil, einer großen jährlichen Jugendveranstaltung. Und Frankreich erlebt zudem, was die französischen Medien als „Boom biblique“ bezeichnen: einen rasanten Anstieg der Bibelverkäufe: Religiöse Buchhandlungen berichten von einem Anstieg der Käufe um 20 % seit 2024. Das berichtet Luke Coppen in „The Pillar“. Dann fragt er danach, worin die Ursachen für diese Fakten wurzeln. 

Antworten findet er bei Antoine Pasquier, einem Journalisten der französischen katholischen Wochenzeitung „Famille Chrétienne“, der die bisher umfassendste Untersuchung zu diesem Thema veröffentlicht hat. Dessen Darstellung trägt den Titel „Untersuchung, warum junge Menschen Christen werden wollen“, sie deckt einiges Unerwartete auf. Pasquier ist verheiratet, hat vier Kinder und begleitet seit 2020 junge Katechumenen in seiner Kirche in der Region Paris. Er verknüpft ihre Aussagen der befragten Taufbewerber mit seinen eigenen Erkenntnissen als Katechet, der die Welle in seiner Gemeinde miterlebte und beobachtete, wie sie atemberaubende Ausmaße annahm.


Die jungen Menschen kommen, so Papiers eigene Beobachtungen in der Region Paris, zunächst „oft in Gruppen, oft mit Freunden. Wir bemerkten sie auch immer häufiger und zahlreicher bei den Sonntagsmessen, wo sie während der Kommunion mit verschränkten Armen auf die Gemeinde zukamen, um den Segen des Priesters zu empfangen“. 

Dabei ist aber – entgegen mancher Vermutungen – für die Generation Z das Internet und die sozialen Netzwerke „nicht der Ort ihrer Bekehrung“, sondern wirken nur begleitend und unterstützend.

Dann macht Pasquier folgende bemerkenswerte Aussagen: „Die Bibel hingegen spielt viel früher auf ihrem Weg eine Rolle. Sobald sie sich entscheiden, ihre spirituelle Suche im christlichen Glauben zu vertiefen, wird die Bibel für sie unverzichtbar. Fast alle jungen Menschen, die ich begleite oder interviewt habe, erzählen mir, dass sie die Bibel gekauft, geöffnet und gelesen haben, bevor sie offizielle Schritte mit der Kirche unternommen haben. Neben Kirche und Messe ist die Bibel für sie ein verlässlicher und leicht identifizierbarer Bezugspunkt. Sie denken: ‚Ich möchte Christ sein, wie mache ich das?‘ Und die Antwort liegt auf der Hand: ‚Ich muss die Bibel lesen und zur Messe gehen.‘ Der starke Anstieg der Bibelverkäufe sowohl in Frankreich als auch im Ausland spiegelt diese neue Begeisterung wider.“

Coppen wirft ein, dass gemäß Pasquiers Untersuchungen „viele junge Franzosen, die sich der katholischen Kirche nähern, ein vom Islam geprägtes Religionsbild mit seiner Betonung von Fastenpraktiken usw. mitbringen“. 

Pasquier antwortet: „Es ist vor allem der öffentliche und offene Ausdruck des Islam, der sie herausfordert. Einige ihrer muslimischen Freunde bekennen sich vorbehaltlos zu ihrem Glauben und ihrer religiösen Identität. Das veranlasst unsere jungen Menschen, ihren wachsenden christlichen Glauben ebenfalls sichtbar zu machen. Dies drückt sich durch das Tragen einer Kreuzhalskette, manchmal eines Kapellenschleiers für junge Frauen, oder durch die Einhaltung der Bräuche verschiedener liturgischer Jahreszeiten, insbesondere der Fastenzeit, aus.“ Dabei, so notiert Pasquier, zieht „die Fastenzeit mit ihrer Radikalität diese jungen Menschen an, die auf der Suche nach Orientierung und Sinn sind. Sie neigen manchmal dazu, diese Zeit als ‚christlichen Ramadan‘ zu betrachten. Katecheten müssen darauf achten, die Unterschiede klar zu erklären und sie daran zu erinnern, dass das Christentum nicht in erster Linie eine Religion der Observanz, sondern der persönlichen und inneren Bekehrung ist.“

Der Journalist und Katechet zeigte sich beeindruckt von der „Entschlossenheit und Geduld“ der jungen Menschen, die katholisch werden. „Manche waren jahrelang auf diesem Weg unterwegs, versteckt vor den Augen der Öffentlichkeit, aus Angst, von Freunden oder Familie missverstanden zu werden. Ich denke an eine junge Frau, die neun Jahre zwischen ihrem ersten Kirchenbesuch und ihrer offiziellen Bitte um die Taufe wartete. Eine andere brauchte drei Jahre zwischen ihrer ersten Lektüre des Evangeliums, allein in ihrem Zimmer, und ihrer ersten Messe mit einer Freundin.“ Der Glaube dieser jungen Menschen „ist bereits so stark, dass sie keine Angst haben, so lange auf die Taufe zu warten“.

Pasquier fordert eine Umwandlung der französischen katholischen Kirche in eine „katechumenale Kirche“. 


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