Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Papst warnt vor eigenmächtigen Änderungen bei der Messe
  2. Das Gratis-Christentum des Hendrik Wüst
  3. Katholiken fordern Exkommunikation der „katholischen“ US-Gouverneurin Maura Healey
  4. „Trägt der synodale Prozess dazu bei, die Seelen Christus und dem ewigen Heil näherzubringen?“
  5. Ablehnung ökumenischer Konzile ist modernistisch
  6. Vatikan reagiert auf LGBT-Sexualkonzept für katholische Schulen in Hamburg!
  7. Tragisches Ende einer Medjugorje-Wallfahrt: Zwölf polnische Pilger sterben bei Busunglück in Ungarn
  8. Der Bischof und der Denunziant
  9. 500 Euro für ein Sakrament oder was ist das wirkliche Problem?
  10. Der Glaube, der Gott nicht loslässt
  11. Warum der Teufel das Braune Skapulier so sehr hasst!
  12. Der integre Leib der Gottesmutter und ihr unbeflecktes Herz
  13. Die denkwürdige Wandlung des Tucker Carlson
  14. Nach Lebensschutzdemonstration: Zwölf Polizisten von Linksradikalen verletzt
  15. Schwuler Aktivist übt scharfe Kritik an Jens Spahn: „Es gibt kein Grundrecht auf ein Kind!“

Forscher warnen vor früher Smartphone-Nutzung von Kindern

9. Dezember 2025 in Familie, 6 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Psychologische Probleme umso häufiger, je jünger der Erstbesitz war - Studien stützen Forderungen nach strengen Altersgrenzen


Wien (kath.net/KAP) Australien führt ab 10. Dezember eines der strengsten Social-Media-Gesetze weltweit ein: Kinder unter 16 Jahren dürfen dort keine sozialen Netzwerke mehr nutzen. Der Schritt verstärkt die laufende europäische Debatte über digitale Altersgrenzen, wobei sich Österreich für eine restriktive Regelung stark macht. Rückhalt findet ein solcher Zugang durchaus auch durch mahnende Ergebnisse aus der Forschung: Zwei neue wissenschaftliche Analysen, von denen das Wiener Ethikinstitut IMABE auf seiner Internetseite berichtet, geben Hinweise auf deutliche psychische Risiken durch frühe Smartphone- und Internetnutzung.

Einerseits verweist IMABE auf eine internationale Studie des Sapien-Labs-Instituts (2025), das durch Daten von über 100.000 jungen Erwachsenen aufgezeigt hat, dass ein eigener Smartphonezugang vor dem 13. Lebensjahr mit einer deutlich schlechteren psychischen Verfassung im jungen Erwachsenenalter korreliert. In je jüngeren Jahren der Erstbesitz, desto häufiger treten Probleme wie Suizidgedanken, emotionale Instabilität, Aggression oder vermindertes Selbstwertgefühl auf. Bei jungen Frauen sind die Effekte besonders stark: 48 Prozent jener 18- bis 24-jährigen Frauen, die im Alter von fünf bis sechs Jahren ein Smartphone bekamen, berichten von späteren Suizidgedanken.


Als mögliche Gründe sehen die Forschenden vor allem unregulierte Social-Media-Algorithmen, die Kinder viel zu früh mit Vergleichsdruck, sexualisierten Inhalten, extremistischen Ideologien sowie Angst- und Gewaltinhalten konfrontieren. Zudem sei der Inhalt dieser Medien durch die Vorschlags-Strategie primär so designt, dass die aktive Nutzung maximiert wird. 

Problematisch ist auch, dass über soziale Medien die Wahrscheinlichkeit für Cybermobbing, sexuelle Ausbeutung im Netz, Konflikte innerhalb der Familie aufgrund von Nutzung und Rückzug ins Digitale sowie Schlafstörungen durch Gaming und nächtliche Nutzung steigt. Kognitive Überlastung und permanente Reizüberflutung führen dazu, dass Empathie und Ruhe fehlen, kein Raum für Langeweile entsteht und die Aufmerksamkeitsspanne reduziert wird. Frühere Studien hatten bereits Entwicklungsveränderungen im Gehirn aufgrund von Smartphonenutzung nachgewiesen.

Angeführt wird in dem IMABE-Bericht zudem eine Meta-Analyse im "Psychological Bulletin" (2025), zu der 117 Studien mit insgesamt 292.739 Kindern zusammengefasst wurden. Dabei bestätigte sich ein weiterer Zusammenhang: Je mehr Bildschirmzeit, desto häufiger entwickeln sich Angst, depressive Symptome, Aggression oder Konzentrationsprobleme. Gleichzeitig greifen Kinder, die bereits unter solchen Belastungen leiden, häufiger zu digitalen Medien, insbesonders zu Videospielen. Die Forschung spricht daher von einer wechselseitigen Verstärkung. Moderate Bildschirmzeiten hingegen zeigen kaum negative Effekte; problematisch sind vor allem lange Nutzung, ungeeignete Inhalte und fehlende Ausgleichsaktivitäten.

Die Studienautoren schlagen aufgrund ihrer Ergebnisse vergleichbare Schutzmaßnahmen wie bei Alkohol, Tabak oder im Straßenverkehr vor, um langfristige Schäden abzuwenden und Eltern beim verantwortungsvollen Umgang ihrer Kinder mit Smartphones zu unterstützen. Dazu gehörten etwa verpflichtende digitale Bildung zu Online-Sicherheit und mentaler Gesundheit, strengere Durchsetzung von Altersgrenzen - etwa Social Media nicht unter 13 Jahren - und klare Anforderungen an Plattformanbieter. Richtlinien sollten zudem nicht nur auf weniger Bildschirmzeit abzielen, sondern stärker die Qualität der Inhalte und den sozialen Kontext der Nutzung berücksichtigen.

Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse gewinnt die politische Debatte an Fahrt. In Griechenland ist eine Altersverifikations-App ab 16 Jahren bereits im Einsatz. Auf EU-Ebene setzt sich Österreich - gemeinsam mit Frankreich und Dänemark - für ein Social-Media-Verbot für Unter-14-Jährige ein. Staatssekretär Alexander Pröll (ÖVP) verweist auf den durchschnittlichen Social-Media-Konsum von rund sieben Stunden täglich bei Jugendlichen; er sehe dringenden Handlungsbedarf für europaweit einheitliche Regeln, erklärte er.

Copyright 2025 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
 (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten
Symbolfoto (c) Pixabay


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. "... der Sieg, der die Welt besiegt hat, ist unser Glaube” (1 Joh 5,4)"
  3. "Mit Leib und Seele bei Gott – unsere Berufung zur Vollendung"
  4. 500 Euro für ein Sakrament oder was ist das wirkliche Problem?
  5. Katholiken fordern Exkommunikation der „katholischen“ US-Gouverneurin Maura Healey
  6. „Trägt der synodale Prozess dazu bei, die Seelen Christus und dem ewigen Heil näherzubringen?“
  7. Generalstaatsanwalt von Texas: „Baby Gabriel verdient eine Chance auf Leben“
  8. "Es wird Europa zerstören, für immer!"
  9. Erdbeben in Kolumbien: Priester evakuierte Gläubige während der Messfeier
  10. Britischer Millionär finanziert Rechtskosten für Christen, die wegen Straßenpredigten angeklagt sind
  11. Schwuler Aktivist übt scharfe Kritik an Jens Spahn: „Es gibt kein Grundrecht auf ein Kind!“
  12. Iranischer Christ warnt vor Ausbreitung des Islam im Westen
  13. FEST MARIA KÖNIGIN - Einladung zur Gebets-Novene zur Muttergottes - 13. bis 21. August
  14. Im Puls des Herzens Gottes
  15. Papst warnt vor eigenmächtigen Änderungen bei der Messe

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz