Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. So nicht, Mr. Präsident!
  2. Vorstoß im Bundestag: AfD fordert Ende der Staatsleistungen für Kirchen
  3. Wenn der Funktionär den Bischof ersetzt
  4. "Welcher Teufel reitet Sie, Frau Paganini?"
  5. Wer dir beim letzten Atemzug beisteht
  6. BILD spricht von Kurswechsel in Berlin: Papst Leo XIV. schickt „Dompteur“ für deutsche Bischöfe
  7. "Man hätte also Hitler gewähren lassen sollen?" - Trump-Leo-Streit eskaliert
  8. US-Vizepräsident JD Vance legt Papst Leo XIV. nahe, sich aus der US-Politik herauszuhalten
  9. Kard. Müller: „Niemand hat das Recht den Papst zu kritisieren, wenn er treu seinem Auftrag folgt“
  10. Wissenschaftler zum Grabtuch von Turin: ‚Diese Energie haben wir auf der Erde nicht‘
  11. Jeder zweite Deutsche wünscht sich ein Leben nach dem Tod
  12. Schwedischer Kirchenhistoriker: Viele junge Menschen wollen katholisch werden, besonders Männer
  13. Burke: Ein anhaltender Clash zwischen Papst Leo und Trump? „Das ist übertrieben“
  14. Vatikan stoppt Seligsprechungsverfahren für argentinischen Bischof Jorge Novak
  15. Glaubensbekenntnis vor Millionenpublikum: Spanische Fashion-Influencerin Susana Arcocha getauft

Katholik kritisiert „Schleimjesus“-Fernsehgottesdient mit direktem Brief an verantwortlichen Pfarrer

7. Jänner 2026 in Deutschland, 15 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„Ich sage es unmissverständlich: Diese Darstellung ist mit dem katholischen Verständnis der Menschwerdung Christi nicht vereinbar“ – In der Messfeier zum Hochfest fehlten außerdem Gloria und Credo. Brief von André Wiechmann


Bochum-Stuttgart (kath.net) kath.net dokumentiert den Brief von André Wiechmann, einem Katholiken aus dem Bistum Essen, an den SWR-Fernsehpfarrer Thomas Steiger, in voller Länge:

Sehr geehrter Herr Steiger,

mit diesem Schreiben wende ich mich in äußerster Betroffenheit, aber auch mit aller gebotenen Klarheit an Sie.

Der von Ihnen verantwortete ARD-Fernsehgottesdienst zur Christmette aus St. Maria in Stuttgart hat bei mir – und bei zahlreichen weiteren gläubigen Katholiken – nicht nur Irritation, sondern tiefes Entsetzen ausgelöst. Was dort am Hochfest der Geburt des Herrn öffentlich gezeigt und liturgisch vollzogen wurde, stellt aus meiner Sicht eine massive Grenzüberschreitung dar – theologisch, liturgisch und pastoral.

Im Zentrum der Kritik steht zunächst die sogenannte Krippendarstellung. Das Christuskind wurde nicht als menschliche Person dargestellt, sondern als amorphe, fleischartige, an rohes Gewebe oder Verwesung erinnernde Masse. Diese Darstellung wurde erkennbar als Christus in der Krippe ausgerufen.

Ich sage es unmissverständlich: Diese Darstellung ist mit dem katholischen Verständnis der Menschwerdung Christi nicht vereinbar. Sie entstellt das Inkarnationsgeschehen, entwürdigt das Christuskind und verletzt in erheblicher Weise das religiöse Empfinden gläubiger Christen. Besonders schwer wiegt, dass diese Bilder am Heiligen Abend, in einem sakralen Raum und über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk ausgestrahlt wurden – ausdrücklich auch an Familien und Kinder gerichtet. Die gezeigte Bildsprache war objektiv geeignet, Kinder zu verstören und zu verunsichern.


Doch damit nicht genug.

Zusätzlich musste festgestellt werden, dass die Christmette auch in liturgischer Hinsicht grundlegende Defizite aufwies. Insbesondere das Fehlen sowohl des Gloria als auch des Credo widerspricht dem Messbuch Pauls VI. und der verbindlichen Ordnung der Liturgie an einem Hochfest wie Weihnachten. Diese Auslassungen sind keine Nebensächlichkeiten, sondern betreffen den Kern der römisch-katholischen Messfeier.

Wenn zentrale Elemente des Glaubensbekenntnisses und des weihnachtlichen Lobgesangs schlicht entfallen, entsteht der Eindruck, dass hier nicht mehr die Kirche betet, sondern ein individuelles oder redaktionelles Konzept über die Liturgie gestellt wird. Das ist für viele Gläubige nicht länger hinnehmbar.

Ich möchte an dieser Stelle ausdrücklich klarstellen:
Wir Gläubigen werden diese Form der Entkernung, Verfremdung und faktischen Umdeutung katholischer Liturgie und Symbolik nicht mehr stillschweigend mittragen. Der Punkt ist erreicht, an dem Widerspruch notwendig ist.

Zu diesem Vorgang habe ich mich bereits mit einem ausführlichen Schreiben an den Apostolischen Nuntius in Deutschland gewandt. Nach meinem Kenntnisstand wurde dieser Vorgang inzwischen auch an den Heiligen Vater weitergeleitet. Darüber hinaus werden derzeit weitere rechtliche Prüfungen vorgenommen, insbesondere im Hinblick auf die öffentliche Darstellung religiöser Inhalte und deren Vereinbarkeit mit geltendem Recht.

Unabhängig von allen kirchenrechtlichen oder staatlichen Prüfungen halte ich eines bereits jetzt für unabdingbar:
Eine öffentliche Entschuldigung ist fällig. Eine klare, unmissverständliche Entschuldigung gegenüber den Gläubigen für diese katastrophale, nicht-katholische und nicht-christliche Zelebration wäre ein notwendiger erster Schritt, um verlorenes Vertrauen zumindest ansatzweise wiederherzustellen.

Es geht hier nicht um Geschmacksfragen, nicht um „moderne Zugänge“, nicht um künstlerische Freiheit. Es geht um die Verantwortung, die Sie tragen, wenn Sie im Namen der katholischen Kirche einen Gottesdienst gestalten, der Millionen Menschen erreicht. Diese Verantwortung wurde in dieser Christmette aus meiner Sicht in eklatanter Weise verfehlt.

Ich erwarte eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dieser Kritik.

Mit nachdrücklichen, aber sachlichen Grüßen

E-mail Kontakt Bistum Rottenburg-Stuttgart: https://www.drs.de/kontakt.html

Bild oben: Ein unerträgliches Schauspiel lieferten die Performer der sogenannten Christmette im SWR ab. So kann man den Menschen auch Weihnachten verderben. Foto:  (c) ARD-Screenshot

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kunst

  1. USA: Schülerin bemalt in Großprojekt ihre katholische Schule mit lebensgroßen Heiligenfiguren
  2. Christus-Büste in römischer Basilika wurde als Werk von Michelangelo identifiziert
  3. Tück: „Werke des Schock-Künstlers Gottfried Helnwein gehören nicht in eine Kirche“
  4. Egino Weinert - Der demütige Meister
  5. Riskante Schau: Vatikan zeigt Raffaels Wandteppiche in Sixtina
  6. Einer, der seine Kunst in den Dienst Gottes stellt
  7. Stephansdom: Mögliche Wandzeichnung von Albrecht Dürer entdeckt
  8. Ist Alfred Hitchcock ein katholischer Künstler?
  9. ‘Der Sonntag’ erklärt ‘Geheimnis von Leonardos Abendmahl’
  10. Michael Jackson im Herz-Jesu-Look







Top-15

meist-gelesen

  1. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  2. Wer dir beim letzten Atemzug beisteht
  3. So nicht, Mr. Präsident!
  4. Kard. Müller: „Niemand hat das Recht den Papst zu kritisieren, wenn er treu seinem Auftrag folgt“
  5. BILD spricht von Kurswechsel in Berlin: Papst Leo XIV. schickt „Dompteur“ für deutsche Bischöfe
  6. "Welcher Teufel reitet Sie, Frau Paganini?"
  7. Wissenschaftler zum Grabtuch von Turin: ‚Diese Energie haben wir auf der Erde nicht‘
  8. "Man hätte also Hitler gewähren lassen sollen?" - Trump-Leo-Streit eskaliert
  9. Wenn der Funktionär den Bischof ersetzt
  10. US-Vizepräsident JD Vance legt Papst Leo XIV. nahe, sich aus der US-Politik herauszuhalten
  11. Bischof: „Bin durch diese Äußerungen von Staatsanwälten und Richtern verletzt. Das ist Hassrede“
  12. Sängerin Nina Hagen bereut ihre Abtreibungen
  13. Vatikan stoppt Seligsprechungsverfahren für argentinischen Bischof Jorge Novak
  14. Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen christlichen YouTuber
  15. Glaubensbekenntnis vor Millionenpublikum: Spanische Fashion-Influencerin Susana Arcocha getauft

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz