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So fühlt sich Nachhausekommen anvor 36 Stunden in Familie, 10 Lesermeinungen Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden
Slow down mit John Eldredge bei der MEHR 2026: Als ich Texte, Beats und Smalltalk hinter mir lasse und dorthin laufe, wo meine Seele zuhause ist. Von Petra Knapp.
Augsburg (kath.net) Die Geschichte beginnt, als ich die Augen schließe und die 11.000 Menschen rund um mich ausblende. Das Handy weglegen, nicht auf die Uhr schauen. So schaut die kleine Übung aus, die der Mann auf der Bühne jetzt mit uns macht. Was belastet dich gerade, welche Menschen und Situationen sind das?
John Eldredge, Speaker bei der MEHR 2026, ist ein Sprecher wie jeder andere, mit einer langen Liste an publizierten Büchern und jeder Menge Referenzen. Aber wenn er auf der Bühne steht, ändert sich die Dynamik. Es wird ruhiger. Mit großer Selbstverständlichkeit lässt er äußere Dinge vorbeiziehen, etwa den Zeitplan. „I don’t care“, sagt er freundlich ins Mikro. Die Redezeit ist vorbei, aber etwas Wichtiges ist noch nicht gesagt. „Es ist eine schöne Sache, mit 11.000 Leuten zusammen zu sein, es ist aber auch chaotisch und stressig für die menschliche Seele.“
Ich nicke. Er geht auf die Knie. „Jesus, ich gebe dir alles…“, betet er jetzt. Jede Sorge, jede Last, alles, was mich die ganze Zeit beschäftigt, lasse ich los, während meine Finger wie von selber von der Tastatur rutschen. „Du kannst alles wieder mitnehmen, wenn du diese Halle wieder verlässt“, lächelt Eldredge. Ist ja nur ein kleiner Moment des Durchatmens. „Du lässt dich einfach mal fallen… Was spürst du da, an diesem Ort? Ängste, Einsamkeit, Wut…?“
„Was brauchst du von mir?“ laute die Frage, die Jesus uns nun stelle, erklärt der Autor. Selbst wenn du noch immer abgelenkt bist - wo auch immer du gerade bist: „Meet me here!“ Lade Jesus genau dorthin ein, wo du geradestehst! Gib Jesus die Erlaubnis: Stelle unsere Einheit, die Beziehung zwischen uns wieder her!“ 
Diese Minuten sind Gold. Für diese Minuten sind wir 800 Kilometer gefahren, haben im Stau gewartet und sind Schlange gestanden beim WC. Die MEHR ist cool, hip und laut, eine Gelegenheit, gute Lobpreismusik zu singen, spannende Vorträge zu hören und sich über die Bandbreite christlicher Gruppen und Verbände zu informieren.
Aber die professionellste Lichtshow verblasst, wenn Worte ins Herz treffen, so wie jene von John Eldredge, der zusammen mit seiner Frau Stacy seit Jahrzehnten in der therapeutischen Seelsorge in Colorado Springs arbeitet. Die wesentlichen Dinge werden nicht im Kopf gelöst, sondern in unserem Herzen, ist er überzeugt. „Die Seele wird heil durch die innige Verbindung mit Christus. Das ist die beste Nachricht, die wir hören können. Und das steht uns täglich zur Verfügung, egal wo wir leben, egal, welche Mittel wir haben.“
Drei Stufen nennt Eldredge, um in die Einheit mit Jesus Christus zu kommen. Erstens: Das Wahrnehmen der Gegenwart Jesu Christi zu spüren. „Das hast du schon oft gefühlt“, erklärt er. „Wenn du die Bibel gelesen oder gebetet hast oder auch, wenn du deine Lieblingstätigkeiten ausübst, Musik hörst, die du magst... Alles, was du liebst, bringt dir dieses einfache Gefühl seiner Gegenwart und den sanften Trost, den wir brauchen.“ Aber dies ist nur der erste Schritt, bei dem die meisten Christen stehen bleiben.
Der zweite Schritt sollte folgen, nämlich: Sich nach innen wenden, um die Stimme Jesu zu hören. „Die Welt hat deine Aufmerksamkeit auseinandergerissen, fragmentiert. Das zeigt uns die Neurowissenschaft“, erklärt Eldredge. „Wie schwer es ist, einfach nur still zu sein. Sich nach innen zu wenden und Gott und unsere Aufmerksamkeit zu schenken. – mal abzuschalten und unseren Körper rausnehmen aus ständiger Stimulation.“
Wenn du dich danach gesehnt hast, Gott zu suchen, dann wisse: „Er ist schon längst da!“, sagt der Autor. „Nur dass der Feind und die Welt versucht haben, dich davon abzuhalten, dich zu verführen mit anderem Trost, sodass wir diese ganz einfachen Dinge nicht einüben: Einheit und Gemeinschaft.“ Wir können Jesus bitten, an jene Orte unserer Seele zu kommen, wo wir ihn brauchen.
Das führt zu einem dritten Schritt: Durch diese Intimität mit Jesus wird Heilung möglich. „Er bringt plötzlich eine Kindheitserinnerung hervor“, nennt Eldredge als Beispiel. „Du liest etwas in einem Buch. Irgendetwas triggert dich. Und du erinnerst dich an einen Ort in deiner Kindheit, irgendetwas aus deiner letzten Woche, wo die Gegenwart Jesu nötig ist. Er wird immer wieder klopfen durch alle Erlebnisse deines Lebens, er wird sogar zulassen, dass Dinge dich triggern, er fragt dich: Wirst du mich hereinlassen? Ich will Zugang zu deinen Ängsten, deinem Zorn, deinen Enttäuschungen… Alles, was in dir ungelöst ist, genau dort möchte Jesus unheimlich gerne hinein.“ Jesus habe sich „verpflichtet auf die Wiederherstellung deiner Menschlichkeit“.
„Wenn du von heute nur eine Sache mitnimmst, dann das: Du bist bestimmt zur Einheit mit Jesus Christus“, schließt Eldredge. „Stellt euch vor, wenn wir das der Welt bringen können! Das könnte die Heilung für die globale Krise mentaler Gesundheit bedeuten, indem wir Menschen hinführen zu dieser Einheit mit Christus.“
Inmitten einer Welt, die sich immer schneller dreht, umgeben von Medien, die unsere Aufmerksamkeit abziehen und uns vom echten Leben fernhalten wollen, ist diese Verbindung mit Jesus eine Challenge und Chance für uns alle, ist Eldredge überzeugt. „So fühlt sich Nachhausekommen an. Das ist das Ziel jedes menschlichen Herzens. Das ist wonach der Vater sich sehnt. Ohne das können wir nicht aufblühen.“
Und inmitten der 11.000 Teilnehmer der MEHR 2026 endet diese Geschichte für mich, abrupt und ganz real. Meine Finger laufen über die Tastatur, als mir meine Schwägerin auf die Schulter tippt und ins Ohr flüstert „Da oben gibt es einen Gebetsraum!“. Der Laptop bleibt liegen. Wie von selbst tragen mich meine Füße die Stufen hinauf, als ich Texte, Beats und Smalltalk hinter mir lasse und endlich dort sein kann, wo meine Seele zuhause ist.
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Lesermeinungen| | Stefan Fleischer vor 8 Stunden | |  | Zu Erklärung meiner Haltung: Ich vermisste in den mir vorliegenden Texten Anzeichen jene Grundhaltung, welche mir das Erfolgsrezept des Völkerapostels zu sein gewesen scheint:
«Verkünde das Wort, tritt dafür ein, ob man es hören will oder nicht; weise zurecht, tadle, ermahne, in unermüdlicher und geduldiger Belehrung.» (2.Tim 4,2)
Diese vermisse ich ebenso - schon seit längerer Zeit - in der Verkündigung in unserem Pastoralraum, ja über weite Stecken in der ganzen Kirche in unserem Sprachraum. |  0
| | | | | Holunder vor 16 Stunden | | | | @Gandalf Es geht nicht nur um das Symbol Ich denke, Herrn Fleischer geht es nicht darum, ob auf der MEHR ein Kreuz zu sehen war. Es geht darum, was dort verkündet wird. Es war ein Fest des Glaubens und der Einheit. Meine Freundin war dort und fand das Miteinander der Konfessionen so schön im gegenseitigen Respekt vor dem jeweils anderen. Wenn das Thema Schuld und Vergebung nicht im Mittelpunkt stand, ist das nicht schlimm. Es ist wichtig, dass auch die anderen Facetten unseres Glaubens einmal im Mittelpunkt stehen. |  1
| | | | | Wirt1929 vor 16 Stunden | | | | @Stefan Fleischer Ging es Ihnen bei der Kreuzbetrachtung um die Differenz der Erlösungs- und Befreihungstheologie in der inneren Betrachtung, oder vermutet @Gandalf richtig, sie korrigierend auf gut sichtbare Anwesenheit zur Betrachtung eines aufgestellten Kreuzes hinweisen zu müssen? Ich verstehe Ihren Kommentar eher in der inneren Auseinandersetzung als dem Mangel der visuellen Kreuzesschau. |  1
| | | | | Stefan Fleischer vor 16 Stunden | |  | Lieber Gandalf Ich war nicht selbst an der MEHR 2026. So war denn die Berichterstattung auf kath.net meine wichtigste Informationsquelle. Mein Kommentar stütz sich auf das, was ich aus diesen Texten als Grundbotschaft dieser Veranstaltung verstanden habe. In meinem vorgerückten Alter ist es dabei durchaus möglich, dass ich das Denken und Fühlen der heutigen Jugend nicht mehr verstehe. In den letzten Jahren ist zudem für mich persönlich die Frage nach dem Unterschied zwischen der Erlösungstheologie meiner Jugend und der Befreiungstheologie von heute immer wichtiger geworden, wobei dann natürlich Fragen in den Vordergrund drängen wie: «Wozu sind wir auf Erden? Wozu ist Christus der Herr Mensch geworden?» und andere mehr.
PS: Vom Religionslehrer meiner Jugend wäre z.B. die Rede von der Anbetung des Kreuzes energisch zurückgewiesen worden. «Wir beten Gott an. Das Kreuz verehren wir!» hätte es geheissen. |  0
| | | | | Paddel vor 16 Stunden | |  | @N. Haupt ja, aber die Mehr hat auch immense Ausgaben! Miete für das Messegelände, 600 Mitarbeiter, Sicherheitsdienste, Ambulanz, Auflagengebühren u.v.a.m. Unterbringungskosten für die Redner usw. usw. |  2
| | | | | Paddel vor 16 Stunden | |  | @Stefan Fleischer war zwar nicht dort, und ja, meine Welt ist das auch nicht, aber ich bin so dankbar, dass es das Gebetshaus gibt und die Mehr und ja, natürlich ist auch die Mehr nicht perfekt. Aber wichtig ist doch, dass junge Menschen sich treffen, sich gegenseitig stärken, spüren, sie sind nicht allein mit ihrem Glauben, mit Gott in Berührung kommen. G |  1
| | | | | N. Haupt vor 28 Stunden | | | | Top! Auch wenn mich o´bros Hip-Hop nicht anspricht, die MEHR überzeugt, v.a. durch frei gelebten Glauben an unseren LEBENDIGEN Gott.
Manchmal braucht es halt diese Events, etweder Jugendfestival, Medjugorje oder MEHR Konferenz.
Was mich gestört hat, waren die hohen Eintritts- & Streaming Preise - andererseits ist es super, dass keine kirchensteuerfinanzierten Beamten so "spirituellen" Einfluss nehmen können. Und Verschwendung für Gott ist ja okay :-) |  1
| | | | | Gandalf vor 28 Stunden | |  | @Stefan Fleischer - Das Kreuz stand im Mittelpunkt! " Dabei fiel mir auf, dass das Kreuz in dieser Konferenz eher stiefmütterlich behandelt wurde." Sorry, aber das stimmt so nicht.
Das Kreuz war in der Konferenz ganz zentral vorne und konnte den ganzen Tag über angebetet werden und das wurde es auch, auch durch Lobpreis der Teilnehmer. Ich und viele tausende Teilnehmen waren 3,5 Tage dort und können das bezeugen! |  3
| | | | | Stefan Fleischer vor 29 Stunden | |  | Gottes Kraft und Gottes Weisheit Die MEHR 2026 fiel für mich in eine Periode, in welcher ich mich wieder einmal mit dem Büchlein: «Gottes Kraft und Gottes Weisheit» befasste. Dabei fiel mir auf, dass das Kreuz in dieser Konferenz eher stiefmütterlich behandelt wurde. Zwischen diesen beiden Stossrichtungen des Glaubens, glaubte ich jene Differenz zu erkennen, welche mir auch zwischen der Erlösungstheologie meiner Jugend und der Befreiungstheologie der modernen Zeit auffällt. Es ist die Frage, wozu Christus Mensch geworden sei. Ist es die Erlösung seines Volkes aus Sünde und Schuld, oder eine Befreiung aus den menschlichen Nöten und Leiden, ein Leben in Fülle schon hier und jetzt. Oder anders ausgedrückt, soll in meinem Glauben Gott, als mein Herr und mein Gott, im Zentrum stehen, oder genügt es, wenn dieser mir -und vielleicht noch meinen Nächsten – ein Wohlergehen, ein Wohlgefühl in dieser Welt schenkt? Wozu sind wir auf Erden lautete die Frage im Katechismus meiner Jugend. |  1
| | | | | Holunder vor 34 Stunden | | | | Danke ... für diesen Bericht. Er hat mich tief berührt. |  3
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