Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Ein unvermeidliches Schisma?
  2. Bischof Würtz ist offen für Frauenordination
  3. Nach Schisma der FSSPX: Frankreichs altrituelle Katholiken stehen zu Papst Leo XIV.
  4. Beichten und Eheschließungen ungültig!
  5. „Die große Würde des Priestertums besteht …“
  6. Heute ist es eine finnische Abgeordnete und Großmutter; morgen könnten es leicht Sie sein!
  7. Kardinal Rouco/Madrid: Der Synodale Weg in Deutschland umgeht das Kirchenrecht
  8. Bereits vierte Kirchenübergabe an Kopten in Wien
  9. König Charles III. nicht mehr ‚Verteidiger des Glaubens‘?
  10. Ann Widdecombe, britische konservative Ex-Ministerin (78), wurde zu Hause ermordet
  11. „Priesterberufungen in Europa: Wachstum in Frankreich, Krise in Deutschland“
  12. Ein Sämann ging hinaus, um zu säen – Eine Hoffnungsgeschichte für uns
  13. Mehr Kirchensteuer bei weniger Mitgliedern
  14. Das sakrale Abenteuer als Zukunft der Kirche
  15. Frankreich verzeichnet Anstieg an antichristlichen Vorfällen

Katholische Influencer öffnen neue Zugänge zum Glauben für die junge Generation

11. April 2026 in Jugend, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Die Gen Z sucht inmitten von Chaos, Fluidität und digitaler Oberflächlichkeit nach etwas Festem – nach Sinn, Gemeinschaft und Hoffnung. In den sozialen Medien gibt es Antworten.


Washington D.C. (kath.net/jg)
In den USA sorgt eine neue Generation junger katholischer Influencer in den sozialen Medien für Aufsehen. Mit Humor, ansprechenden Inhalten und Veranstaltungen für gleichgesinnte Interessenten bringen sie die katholische Kirche bei der Gen Z (Geburtsjahrgänge 1997 bis 2012) in Mode – und das mitten in einer Zeit großer Unsicherheit und Angst. Statt verstaubter Predigten gibt es lustige Videos über „aufdringliche Gedanken beim Beichten“, das „Evangelium nach Shrek“ oder eine Rangliste der besten katholischen Kirchen in New York City.  Die New Yok Post hat dem Phänomen einen Beitrag gewidmet.

Der Trend zeigt sich deutlich: Viele junge Menschen, vor allem zwischen 18 und 35 Jahren, strömen der Kirche zu. Bei den diesjährigen Feiern der Osternacht am 5. April wurden in den USA so viele Neueintritte verzeichnet wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr. Experten sprechen von einem Pendelschwung: Nach Jahren, in denen Religion bei jungen Leuten eher negativ konnotiert war, wird der katholische Glaube jetzt durch die sozialen Medien sichtbar und akzeptabel.

Zu den prominentesten Influencern gehören:

David Henrie (36), ein bekannter Schauspieler mit 2,9 Millionen Abonnenten auf Instagram. Er teilt offen seinen katholischen Glauben und unterhält sich mit Größen wie Bischof Robert Barron, der selbst 654.000 Abonnenten hat.

David Michael Moses, ein junger Priester mit 1,1 Millionen Instagram-Followern. Seine Videos tragen Titel wie „Ein Wochenende als katholischer Priester“ oder „Das Evangelium nach Shrek“ und sind humorvoll und gut verständlich.


Anthony Gross (22) aus New York mit 125.000 Instagram-Abonnenten (@anthonygross_). Er kombiniert katholische Inhalte mit Fitness-Videos und wurde durch seine Rangliste katholischer Kirchen in New York City bekannt. Gemeinsam mit seiner Freundin Kate DePetro organisiert er Treffen in der Pizzeria vor der Messe, bei denen fast 100 junge Erwachsene (22–30 Jahre) zusammenkommen – etwa in St. Joseph’s in Greenwich Village. Gross betont: „Gen Z fühlt sich oft verloren und ohne Richtung. Die besten Gegenmittel sind erstens Gott und zweitens echte Verbindung mit Menschen, die ähnliche Werte haben.“

John French (22) mit 180.000 Instagram-Abonnenten (@johniscatholic). Der Theologie-Absolvent der University of Notre Dame Australia produziert leichte, humorvolle Videos mit Titeln wie „Die drei aufdringlichsten katholischen Gedanken“ (z. B. „Was, wenn ich einfach so einen Mord beichte?“) oder Fantasien, wie Heilige auf Livestreams auftreten würden. Er orientiert sich an J.R.R. Tolkien: Nicht direkte Evangelisierung, sondern Unterhaltung, die auf natürliche Weise zu Wahrheit, Güte und Schönheit führt. „Die Leute sind heute unsicher, was sie glauben sollen. Die Kirche kann ein Anker sein – sie bietet Hoffnung in einer Kultur der Beliebigkeit“, sagt er.

Eliza Monts (27) aus Charleston mit 82.600 Abonnenten (@elizawritesthings). Sie schreibt auf Substack und postet intellektuellere, teils politische Inhalte, um eine inklusive Glaubens-Community aufzubauen. „Manche Leute reden einfach gerne über das, was sie lieben – ob Sauerteigbrot, Mode oder eben den katholischen Glauben.“

Emily Dinneny (@catholic.converts) mit fast 100.000 TikTok-Followern, die ihre eigene Konversionsgeschichte teilt.

Diese Influencer mischen Humor mit Bildung, Popkultur-Referenzen und echten Treffen. Sie machen aus der Messe kein steifes Ritual, sondern etwas Lebendiges und Gemeinschaftliches.

Mitchell Thomas Rozanski, Erzbischof von St. Louis, erklärt den Trend so: „In unserem Zeitalter der Unsicherheit und großen Angst gibt es einen Durst und Hunger nach Gott und der Stabilität, die der Glaube mitbringt.“ Die Wahl von Papst Leo XIV. – dem ersten US-amerikanischen Papst – im Jahr 2025 hat vielen US-Amerikanern die Kirche zusätzlich nähergebracht.

Anthony Gross beobachtet: „Vor ein paar Jahren hatte Glaube noch eine negative Konnotation. Jetzt hat das Pendel umgeschlagen. Heute sei der Glaube in den traditionellen Medien aber vor allem in den sozialen Medien sichtbarer als früher: ‚Oh, viele machen das. Das ist akzeptabel. Jemand, den ich respektiere, geht wieder zur Messe – vielleicht sollte ich das auch tun.‘“

Nicht alle sehen dieses Phänomen positiv. Dr. Michael E. Heyes vom Institut für Religionswissenschaft am Lycoming College in Williamsport warnt: Die sozialen Medien könnten auch hier bei den Zuschauern ein Gefühl der Unzulänglichkeit erzeugen, weil das gezeigte Leben oft perfekt kuratiert wirke. Zudem führe die Mischung aus Religion und Politik häufig zu kontroversen Inhalten, die Spaltung und Streit erzeugen, statt alle an einen Tisch zu holen.

Trotzdem überwiegt der positive Effekt: Die jungen Influencer zeigen, dass Glaube nicht altmodisch sein muss, sondern modern, witzig und gemeinschaftsstiftend sein kann.

Was früher als „uncool“ galt, wird durch TikTok-Videos und Instagram-Geschichten plötzlich interessant. Die Gen Z sucht inmitten von Chaos, Fluidität und digitaler Oberflächlichkeit nach etwas Festem – nach Sinn, Gemeinschaft und Hoffnung. Diese jungen katholischen Creator liefern genau das: Sie machen die Kirche nicht nur wieder sichtbar, sondern richtig angesagt.

Ob Pizza vor der Messe, Shrek und der Gospel oder humorvolle Alltagsgedanken – der Glaube kommt dort an, wo die junge Generation sowieso ist: auf dem Smartphone. Und offenbar funktioniert es. Die steigenden Konversionszahlen sprechen für sich.

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Glaube

  1. Priester sagt, in seiner Gemeinde gebe es viele religiöse Menschen, aber nur wenig Christen
  2. Bischof Ivo Muser: "Der größte Mangel, den wir in unserer Diözese haben, ist der Gläubigenmangel"
  3. „Die Generation Z, die in Manhattan zur Messe kommt, sucht keine alternative Clubszene“
  4. Kardinal Nichols: „Das kostbarste Geschenk, das der Kirche anvertraut ist: das heilige Messopfer“
  5. „Junge Menschen, die zum Glauben zurückkehren, wollen den ‚vollen fetten Glauben‘“
  6. Kardinal Arborelius: In Schweden „weiß jeder, dass die katholische Kirche Abtreibung ablehnt“
  7. US-Vizepräsident Vance kündigt Buch über seinen persönlichen Rückweg zum katholischen Glauben an

Evangelisation

  1. Papst Pius X.: ‚Was brauchen wir heute am meisten, um die Gesellschaft zu retten?
  2. Kard. Woelki: „Bin überzeugt, dass ‚Evangelisierung‘ das zentrale Thema von Leos Pontifikats wird“
  3. Bischöfe Kroatiens und Bosniens rufen zur Neuevangelisierung
  4. Wenn dein Herz hungrig ist, wirst du Gott in jeder Art Gebet begegnen
  5. Bischof Hanke: Über die Zukunft der Kirchensteuer nachdenken!
  6. Erzbischof McMahon: Trotz Skandalen das Evangelium verkünden
  7. Was die katholische Evangelisation von General Petraeus lernen kann






Top-15

meist-gelesen

  1. Mehr Kirchensteuer bei weniger Mitgliedern
  2. Beichten und Eheschließungen ungültig!
  3. Bischof Würtz ist offen für Frauenordination
  4. Nach Schisma der FSSPX: Frankreichs altrituelle Katholiken stehen zu Papst Leo XIV.
  5. König Charles III. nicht mehr ‚Verteidiger des Glaubens‘?
  6. Universität Aberdeen prüft intern Hasskommentar eines Angestellten gegen Ann Widdecombe
  7. Heute ist es eine finnische Abgeordnete und Großmutter; morgen könnten es leicht Sie sein!
  8. Ein unvermeidliches Schisma?
  9. Ann Widdecombe, britische konservative Ex-Ministerin (78), wurde zu Hause ermordet
  10. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  11. „Priesterberufungen in Europa: Wachstum in Frankreich, Krise in Deutschland“
  12. Kardinal Rouco/Madrid: Der Synodale Weg in Deutschland umgeht das Kirchenrecht
  13. „Abgeordnete, die das Gesetz zur Sterbehilfe unterstützen, können nicht mehr zur Kommunion gehen“
  14. „Was, wenn sich herausstellt, dass Ann Widdecombe eine Märtyrerin war?“
  15. Leipzig: Christliches Café schließt nach 26 Angriffen von Linkextremisten

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz