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Setzt euer Vertrauen nicht in Prinzen!

15. April 2026 in Kommentar, 7 Lesermeinungen
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Für die Mächtigen dieser Welt gilt es die Versuchung, sich auf eine Stufe mit dem einzigen Heiland zu stellen. Unser volles Vertrauen als Christen muss daher immer nur Jesus gelten - Gedanken aus dem Auenland von Nikolaus Lobkowicz


Prag (kath.net)

Gerade eben hat Präsident Trump wieder mal ordentlich einen rausgehauen. Erst hat er sich in gewohnt rüpelhafter Manier an Papst Leo abgearbeitet und dann auch noch ein Meme gepostet, in welchem er Jesus ist. Dass der US-Präsident sich über die aktuelle katholische Kirchenführung ärgert, mag aus seiner Sicht seine Berechtigung haben – er steht damit jedenfalls in der Tradition einer langen Reihe anderer „Prinzen“, die ebenfalls Streit mit der Kirche hatten. Barbarossa und Alexander III. hatten sich über der Primatfrage in den Haaren. Heinrich VIII. wollte der Kirche seinen Willen bezüglich seiner Ehe aufzwingen und gründete am Ende seine eigene Kirche. Barbarossa hingegen demütigte sich, um den Streit zu beenden. Zwei Beispiele (unter vielen) mit extrem unterschiedlichen Ausgängen.

Dass der US-Präsident durch sein geschmackloses Meme, das durchaus und zu Recht als echtes Sakrileg bezeichnet werden darf, nicht nur die gesamte katholische Kirche, sondern die gesamte Christenheit vor den Kopf stoßen würde, dürfte ihm so nicht klar gewesen sein.. Er hat das Meme inzwischen wieder gelöscht. Eine Entschuldigung hat meines Wissens nach bis dato nicht stattgefunden; sie wäre sehr wünschenswert. War das Meme ernst gemeint?


Denkt Trump wirklich, er sei selbst eine Art Heiland für die USA? Seine vielen Hasser würden jetzt vermutlich „eh klar, sagen wir doch schon immer“ seufzen – und wer könnte es ihnen verübeln. Der ihm wohlgesinnte Mensch würde vielleicht darauf hinweisen, dass Trump einerseits ein begeisterter Provokateur und andererseits sehr talentiert ist, was Kommunikation angeht; indem er sich auf diese Weise selbst als das Heil der Welt darstellt, bedient er bewusst die schlimmsten Vorurteile aller ihm kritisch gegenüberstehenden Christen weltweit, die bereits seit seinem Erscheinen auf dem politischen Parkett 2016 schwären.

Von seinen Feinden auf der politischen Linken ganz zu schweigen. Wohlwollend interpretiert könnte Trumps Meme im Kontext mit dem Post davor durchaus ein verunglückter Versuch seinerseits gewesen sein zu zeigen, dass er sich mit Jesus identifiziert und daher nicht versteht, warum die katholische Kirche ihn bzw. seine Politik kritisiert. Dass Trump so ein Meme überhaupt postet, zeigt durchaus, dass es ihm offensichtlich an Tiefe fehlt, was seine eigenen, von ihm selbst immer wieder öffentlich behaupteten christlichen Überzeugungen angeht.

In diesem Fall hat die fehlende Tiefe zu einem fatalen Fehler in seiner Kalkulation geführt – denn mit diesem Meme hat er sicher auch viele enge Verbündete in heftige Verlegenheit gebracht, nicht zuletzt seinen katholischen Vizepräsidenten. Und es ist – leider – auch nicht komplett auszuschließen, dass Trump sich gedanklich tatsächlich dazu verstiegen hat, sich auf eine Stufe mit dem einzigen Heiland zu stellen, den es in Wahrheit gibt. Diese Versuchung gibt es für die Mächtigen dieser Welt immer, und natürlich ist auch Trump nicht davor gefeit. Unser volles Vertrauen als Christen muss daher immer nur Jesus gelten – nicht irgendwelchen „Prinzen“ (Psalm 146,3).

Diejenigen (links wie rechts), die Trump von jeher vor allem widerwärtig und grauenhaft finden, wird sowieso niemand von etwas anderem überzeugen. Nicht mal ein öffentlicher Bußakt seitens des US-Präsidenten würde daran etwas ändern. Diejenigen unter uns, die Trump grundsätzlich Wohlwollen entgegenbringen, sind sicher einerseits gut beraten, diese unwürdige Episode nicht überzubewerten und vor allem im Kontext der gegenwärtigen Entwicklungen zu sehen. Andererseits ist es aber sicher noch mal mehr als sonst angebracht, für das Herz dieses US-Präsidenten zu beten, das vermutlich gewaltigen geistigen Zugkräften ausgesetzt ist. Das wäre sicher sehr gut für seine eigene Beziehung mit dem König der Könige.

 


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