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Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuchvor 11 Stunden in Deutschland, 10 Lesermeinungen Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden
Katholischer Journalist übt Kritik: "Die Sorgen jener Europäer, die unter Massenmigration leiden, bewegten ihn kaum. Das ist Leos erster großer Fehler in einem noch jungen Pontifikat."
Berlin (kath.net)
"Die Sorgen jener Europäer, die unter Massenmigration leiden, bewegten ihn kaum. Das ist Leos erster großer Fehler in einem noch jungen Pontifikat." In einem Kommentar für NIUS setzt sich der katholische Journalist und Autor Alexander Kissler kritisch mit den jüngsten Äußerungen und Handlungen von Papst Leo XIV. auseinander. Anlass ist der Besuch des Oberhaupts der katholischen Kirche auf der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa.
Kissler wirft dem US-amerikanischen Papst vor, in der Migrationsfrage nahtlos an die Linie seines argentinischen Vorgängers Franziskus anzuknüpfen und damit die Hoffnung vieler Gläubiger und Beobachter auf mehr Realismus enttäuscht zu haben.
Vorwurf der Einseitigkeit und Vernachlässigung der Einheimischen 
Laut Kissler mache Papst Leo den Fehler, Asylmigration faktisch als bedingungsloses Menschenrecht zu behandeln. Durch seinen Besuch auf Lampedusa und seine dortigen Worte zeige er zwar Verständnis für die ankommenden Menschen aus Afrika, ignoriere jedoch weitgehend die Sorgen und Probleme der europäischen Bevölkerung, die unter den Folgen der Massenmigration leide.
Obwohl das Sterben im Mittelmeer eine zweifellose Tragödie sei und die Kirche an der Seite der Leidenden stehen müsse, gehe die Haltung des Papstes weit über diese christliche Selbstverständlichkeit hinaus. Indem Leo XIV. Sicherheitsrisiken sowie Straftaten und Übergriffe im Zusammenhang mit Migration ausblende, sende er eine gefährliche und einseitige Botschaft an den Kontinent.
Schwächung von Volkssouveränität und Gemeinwohl
Besonders kritisiert Kissler die päpstliche Forderung, Migranten bedingungslos aufzunehmen, zu schützen, zu fördern und zu integrieren. Damit werde den Zielstaaten in Europa die Hauptverantwortung zugeschoben, während die Heimatländer aus der Pflicht genommen würden.
Kissler betont, dass jeder souveräne Staat unter Wahrung der Menschenwürde selbst darüber entscheiden können müsse, wer ins Land einreisen und dort bleiben dürfe. Indem der Papst diesen Aspekt ignoriere, schwäche er zentrale Grundlagen der Demokratie wie die Volkssouveränität und das Wohl der eigenen Gemeinschaft. Zudem versäume er zu berücksichtigen, dass nicht jeder Migrant zur Integration bereit sei.
Neben der Migrationspolitik greift Kissler auch die Vorstellungen des Papstes zur Wirtschaft auf. Auf Lampedusa habe Leo XIV. gefordert, dass ein gerechtes Wirtschaftssystem auf „Freundschaft“ und „Sorge für die Schöpfung“ basieren müsse. Kissler bezweifelt die Praxistauglichkeit dieser Begrifflichkeiten in einem auf Angebot und Nachfrage ausgerichteten Markt.
Fazit
Alexander Kissler zieht das Fazit, dass Leo XIV. zwar kein „Spontifex“ wie sein Vorgänger sei, aber bislang auch nicht als die erhoffte „Stimme katholischer Vernunft“ auftrete. Mit seiner aktuellen Haltung versäume es der Papst, die Schattenseiten der aktuellen Migrationspolitik klar zu benennen.
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Lesermeinungen| | Walahfrid Strabo vor 2 Stunden | |  |
Von der Seeschlacht zu Lepanto zur bedingungslosen Aufnahme islamischer Migranten. Weit sind wir gekommen.... Leider haben die wenigsten Einheimischen ihre eigene Schweizer Garde. |  2
| | | | | Cosmas vor 3 Stunden | | | | @pikkuveli - der Papst sei schlecht informiert Es gibt ein altes russisches Sprichwort: "„Der Zar ist gut, aber die Bojaren (Untergebenen) sind schlecht“. Das Volk möchte Papst, Zar, Kaiser und König als makellose Figur wahrnehmen. Papst Leo ist selbst über Europa und die hiesigen Verhältnisse - auch in der Flüchtlings- und Asylproblematik - sehr gut informiert. Er ist vor seiner Papstwahl viel und gerne auch in Europa gereist. Im November 2024 war Kardinal Prevost in Wien und predigte in der Augustinerkirche. Dass er schlecht informiert worden sei, trifft nicht zu und ist daher keine Entschuldigung für die Versäumnisse und einseitigen Worte in Lampedusa. Ich vermute eher großen politischen Druck aus Brüssel! |  0
| | | | | Stefan Fleischer vor 4 Stunden | |  | Was ich mich frage Liegt vielleicht die Wurzel dieser einseitigen Sicht der Dinge unseres Heiligen Vaters darin, dass er im Milieu der Befreiungstheologie gross geworden ist. Diese Theologie legt einen allzu grossen Wert auf das irdische Heil des Menschen und vernachlässigt deshalb das ewige. Dadurch aber verlässt sie oft den Boden Realität dieser Welt, einer Realität, welche sehr komplex und vielseitig ist, einer Realität, in welcher gut und böse oft nur schwer auseinander zu halten sind, einer Realität, in welcher gut gemeint oft zu viel wenig ganzheitlich beurteilt wird, einer Realität, welche nur mit Gott und nie an Gott vor bei verbessert werden kann. Dieser Theologie «verdanken» wir den Paradigmenwechsel von gottzentriert zu menschzentriert. Diese Theologie hat unter uns die Gottesfurcht vertrieben und das Gottvertrauen schwer beschädigt. Was unbedingt nötig wäre , wäre die Umkehr zu Gott, von dem wir uns heute immer mehr entfernen. |  2
| | | | | Versusdeum vor 7 Stunden | | | | @Fink Auch die Unfassbare selbst nahm niemanden auf. Danach gefragt, sagte sie, nein, denn sie sei ja eh fast nie zuhause. Wie bitte? Um so besser: Das meist leerstehende Haus wurde ja so oder so bewacht und man wäre sich auch kaum in die Quere gekommen. Aber macht mal, was ich euch "schon länger hier lebenden" eingebrockt habe. Und vielleicht schafft ihr das auch. Und falls nicht: "Ich habe keinen Plan B" (Originalzitat Merkels genau dazu!) |  2
| | | | | Fink vor 9 Stunden | | | | "Mit der Bergpredigt kann man keine Politik machen!" Es ist das bekannte Spannungsfeld "Gesinnungsethik" versus "Verantwortungsethik".
Wenn ich die linken Moralisten in meinem Bekanntenkreis frage, warum sie privat keinen Flüchtling in ihrer Wohnung aufnehmen und versorgen, dann kommt keine Antwort. Aber genau das wäre "christlich". |  6
| | | | | René_007 vor 10 Stunden | | | | Berechtigte Kriti Selbstverständlich verlangt das Evangelium von uns Mitgefühl und Hilfe für Menschen in Not. Gleichzeitig dürfen die Sorgen vieler Menschen in Europa über die Folgen der Massenmigration nicht ignoriert werden. Die zunehmende Gewalt und das wachsende Unsicherheitsgefühl in vielen Städten sind für zahlreiche Bürger kaum noch erträglich und verdienen ebenfalls Aufmerksamkeit. Auch die fortschreitende Islamisierung bereitet vielen Christen große Sorgen, ohne dass darüber offen gesprochen wird. Im Neuen Testament heißt es, dass wir besonders den Glaubensgeschwistern Gutes tun sollen. Deshalb sollte die Kirche auch die Christen und die Menschen im eigenen Land im Blick haben, bevor sie Forderungen nach einer unbegrenzten Aufnahme weiterer Migranten erhebt. Nächstenliebe schließt Verantwortung für das eigene Gemeinwesen nicht aus, sondern setzt sie voraus. Ich wünsche mir, dass Papst Leo XIV auch den berechtigten Sorgen der europäischen Bevölkerung eine Stimme gibt |  6
| | | | | Cosmas vor 10 Stunden | | | | Ein brillianter Kommentar! Wenn man bedenkt, dass ein Provinzbischof aus Peru aus dem Nichts Präfekt der Bischofskongragation und Kardinal wurde, muß man wohl vermuten, dass Robert Prevost der Wunschnachfolger von PF war. So wurde er aufgebaut und wählbar gemacht. Zumindest in der Asyl- und Immigrationsproblematik ist der Apfel nicht weit vom Stamm gefallen... |  6
| | | | | arctotis vor 10 Stunden | | | | Gal 6,10 Allmählich vergessen sogar die Päpste, was der hl. Paulus im Galaterbrief geschrieben hat:
"Deshalb wollen wir, solange wir noch Zeit haben, allen Menschen Gutes tun, besonders aber denen, die mit uns im Glauben verbunden sind."
Hilfe bis zur Selbstaufgabe endet mit dem Tod des Wirtes. |  7
| | | | | Veritasvincit vor 10 Stunden | | | | Unternehmertum Kisslers Kritik an der Vorstellung des Papstes zur Wirtschaft beruht auf dem Markt von Angebot und Nachfrage als oberstes Prinzip. Ein Unternehmer sollte sich aber zuerst fragen, wie nützlich sein Produkt für die Gesellschaft ist.
Freundschaft und Sorge für die Schöpfung, wie der Papst es sieht, kann noch dazu kommen. |  0
| | | | | pikkuveli vor 10 Stunden | | | | Nescire aliquid Es ist natürlich mehr als schade. Zumal es Papst Leo einmal auf die Füße fallen könnte. Wahrscheinlich war er nicht informiert. Wer sollte das auch tun, wer ihn briefen? Wer in der Kurie kann das wirklich evaluieren, was in Europa mittlerweile los ist? Das Asylrecht bezieht sich auf Verfolgte. Ausschließlich. Und ein Recht auf Kriminalisierung ist mir nicht bekannt. Damit seien zwei Eckpunkte genannt.
Die Haltung des Papstes dürfte auch bei integrationsbeflissenen christlichen Asylbewerbern nicht gut ankommen. Ihr Erfahrungsschatz ist ja noch weiter als unserer.
Es ist zu hoffen und zu wünschen, dass hier in Rom Lernprozesse - oder Informationsflüsse - einsetzen. |  6
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