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Die Kirchenspaltung in Echtzeit verfolgen: Die Anglikaner zersplittern weiter

17. Oktober 2025 in Kommentar, 26 Lesermeinungen
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Mitgliederstarke GAFCON gibt Einheit mit Anglikanischer Gemeinschaft auf – Letzter Stein des Anstoßes: Designierung von Sarah Mullally zum Erzbischof von Canterbury und damit zum Primas der Anglikanischen Gemeinschaft weltweit. Von Petra Lorleberg


Canterbury (kath.net/pl) Es ist bitter, die weitere Zersplitterung der Christen der anglikanischen Bekenntnisse in verschiedene Untergruppen verfolgen zu müssen. Manche möchten dabei wohl sogar an den alten Spruch „Einmal Spaltpilz, immer Spaltpilz“ denken, denn der Beginn der Anglikaner war mit der Einführung der Reformation in England durch König Heinrich VIII. und seinen unseligen sukzessiven Eheschließungen (dabei kam es zu damals äußerst schwierigen Scheidungen, sogar zu Hinrichtungen, denn er rang mit dem Problem, die Thronfolge mit einer ausreichenden Anzahl von Söhnen sichern zu müssen) – mancher mag sich ehrenhaftere Gründe für eine Einführung der Reformation in einem Land wünschen.

Am 3. Oktober wurde Sarah Mullally (Foto) designiert zum 106. Erzbischof von Canterbury, damit verbunden ist, dass sie damit Primas der weltweiten Anglikanischen Gemeinschaft wird. Allerdings trägt Mullally deutlich heterodoxe Ansichten in ihrem Gepäck, die allerungenießbarste darunter ist ihr Standpunkt zum Lebensschutz: viele stufen sie als Abtreibungsbefürworterin ein. Für eine dezidiert bibeltreue reformatorische Gemeinschaft von Christen sind solche heterodoxen – nicht durch die biblische Lehre absicherbaren – Ansichten selbstzersetzendes Gift. Denn wenn eine solche bibelorientierte Christengemeinschaft die Bibel verlässt, dann hat sie am Ende absolut nichts mehr, das ihren Lehren inhaltliche Orientierung geben könnte, sondern die Anerkennung aller Wahrheit und aller Dogmen steht und fällt künftig mit zeitgeistig-populistischen Mehrheitsmeinungen.


Am 16. Oktober, also zwei Wochen nach der Bekanntgabe der Berufung Mullallys hat die „Global Fellowship of Confessing Anglicans“ (GAFCON), der weltweite Zusammenschluss bekenntnistreuer Anglikaner, bekanntgegeben, dass der Verband mit seinen weltweit etwa 42 Millionen Mitgliedern sich von der Anglikanischen Gemeinschaft lossagt, in einer Erklärung wird u.a. erläutert:

  • „Wir lehnen die sogenannten Instrumente der Gemeinschaft ab, nämlich den Erzbischof von Canterbury, die Lambeth-Konferenz, den Anglikanischen Konsultativrat (ACC) und die Versammlung der Primasse, die es versäumt haben, die Lehre und Disziplin der Anglikanischen Gemeinschaft aufrechtzuerhalten.“
  • „Wir können nicht weiterhin Gemeinschaft mit denjenigen pflegen, die die revisionistische Agenda vertreten, die das unfehlbare Wort Gottes als höchste Autorität aufgegeben...“ 

Mit dieser Entwicklung verbunden ist auch der Führungsanspruch der GAFCON. Der derzeitige Vorsitzende der GAFCON, Erzbischof und Primas der Anglikanischen Kirche von Ruanda, Laurent Mbanda, weist in dieser von ihm unterzeichneten Erklärung eigens darauf hin:

  • „Wie ich in meiner Erklärung vor zwei Wochen erklärte: ‚Die Neuordnung unserer geliebten Gemeinschaft liegt nun allein in den Händen von Cafcon, und wir sind bereit, die Führung zu übernehmen.‘ Heute leitet Gafcon die Globale Anglikanische Gemeinschaft. Wie schon von Anfang an [gesagt] haben wir die Anglikanische Gemeinschaft nicht verlassen; wir sind die Anglikanische Gemeinschaft.“

Die GAFCON wurde 2008 für bekenntniskonservative Anglikaner gegründet.

Manche unter uns Katholiken mögen es als bemerkenswert empfinden, dass diese Entwicklung zeitgleich mit den jüngsten Entwicklungen rund um den Konvertiten aus dem Anglikanismus, John Henry Kardinal Newman (1801-1890) erfolgen: Newman, der ein großer Kenner der anglikanischen Theologie war, wird am 1. November 2025 von Papst Leo XIV. zum Kirchenlehrer erklärt werden. 

Diese Erklärung der GAFCON im Original auf der GAFCON-Website: siehe Link.

Archivfoto: Designierter Erzbischof von Canterbury Sarah Mullally (c) Anglican Communion


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Lesermeinungen

 lesa 23. Oktober 2025 

Jenseits alternativer "Positionen"

@Andreas: "Jenseits der falschen Alternative: 'Progressismus - Konservatismus' gibt es eine dritte Position. Sie ist gegründet auf den unerschütterlichen Glauben an Christus und das unfehlbare Lehramt Seiner heiligen Kirche. Sie hat als unbezweifelte Grundlage den Glauben, dass in der von Gott geoffenbarten Lehre der Kirche keine Veränderung möglich ist. Der wahre Katholik erkennt keine Möglichkeit eines Wandels dieser Lehre an, es sei denn im Sinn einer expliziteren Formulierung dessen, was schon im Glauben der Apostel implizit enthalten war, oder was notwendig daraus folgt. (Genau in diesem Sinn spricht Kardinal Newman von Dogmenentwicklung). Er hält daran fest, dass die christliche, übernatürliche Sittlichkeit, die Heiligkeit, die in der heiligen Menschheit Christi geoffenbart und in allen Heiligen verwirklicht ist, keinem Wandel unterworfen ist und immer dieselbe bleibt." (Dietrich v. Hildebrand


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