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Hongkongs Kardinal Zen äußerte beim Konstistorium Grundsatzkritik an der letzten Bischofssynode

vor 3 Stunden in Weltkirche, 9 Lesermeinungen
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Kardinal: „Repräsentieren die anwesenden Laien das Volk Gottes?“ – „Die eiserne Manipulation des Prozesses ist eine Beleidigung der Würde der Bischöfe, und der ständige Verweis auf den Heiligen Geist ist lächerlich“ – Sein Text in voller Länge


Vatikan (kath.net) Kardinal Joseph Zen Ze-kiun (Link), der emeritierte Erzbischof von Hongkong, übte in seiner Rede beim außerordentlichen Kardinalskonsistorium, das am 7. und 8. Januar im Vatikan stattfand, scharfe Kritik an der Synode zur Synodalität. Er verurteilte deren Verfahren als „eiserne Manipulation“ und warnte, dass die ständige Anrufung des Heiligen Geistes „lächerlich“ sei und an „Blasphemie“ grenze. Hinter verschlossenen Türen, in Anwesenheit von Papst Leo XIV. und den 170 versammelten Kardinälen, nutzte der 93-jährige emeritierte Bischof von Hongkong die ihm zugestandenen drei Minuten, um auf die Anmerkung von Papst Franziskus zum Abschlussdokument der Synode über die Synodalität einzugehen. Das schreibt der Vatikanist Edward Pentin in der englischsprachigen Ausgabe der „Catholic News Agency“.

Pentin fasst zusammen: „Im Kern argumentiert die Intervention, dass der synodale Prozess nicht nur fehlerhaft, sondern so streng gelenkt war, dass den Bischöfen echte Beratungsfreiheit und ihre legitime Autorität als Nachfolger der Apostel genommen wurden. Kardinal Zen verurteilte zudem scharf den seiner Ansicht nach instrumentellen Gebrauch spiritueller Sprache und warnte davor, dass ständige Appelle an den Heiligen Geist dazu dienten, vorbestimmte Ergebnisse zu heiligen, als ob der Heilige Geist der zweitausendjährigen Tradition der Kirche widersprechen könnte.“

Kardinal Zen war unmittelbar vor dem Konsistorium von Papst Leo XIV. in Privataudienz empfangen worden (siehe Foto).


kath.net dokumentiert die Wortmeldung von Kardinal Joseph Zen beim außerordentlichen Konsistorium in voller Länge in eigener Arbeitsübersetzung:

Zum Begleitschreiben von Papst Franziskus

Der Papst erklärt, er gebe der Kirche mit dem Schlussdokument zurück, was sich in den vergangenen Jahren (2021–2024) durch „Zuhören“ (auf das Volk Gottes) und „Unterscheidung“ (durch die Bischöfe?) entwickelt habe.

Ich frage:

Konnte der Papst dem gesamten Volk Gottes zuhören?

Repräsentieren die anwesenden Laien das Volk Gottes?

Konnten die von den Bischöfen gewählten Bischöfe eine Unterscheidung vornehmen, die doch sicherlich „Disputation“ und „Urteil“ beinhaltet?

Die eiserne Manipulation des Prozesses ist eine Beleidigung der Würde der Bischöfe, und der ständige Verweis auf den Heiligen Geist ist lächerlich und beinahe blasphemisch (sie erwarten Überraschungen vom Heiligen Geist; welche Überraschungen? Dass er das verwirft, was er in der zweitausendjährigen Tradition der Kirche inspiriert hat?).

Der Papst, der „das Bischofskollegium umgeht und direkt dem Volk Gottes zuhört“, nennt dies „den angemessenen Interpretationsrahmen für das Verständnis des hierarchischen Amtes“?

Der Papst sagt, das Dokument sei Lehramt, „es verpflichtet die Kirchen, Entscheidungen im Einklang mit seinen Aussagen zu treffen“. Er sagt aber auch: „Es ist nicht streng normativ … Seine Anwendung erfordert verschiedene Vermittlungswege“; „Die Kirchen sind aufgerufen, die im Dokument enthaltenen autoritativen Vorschläge in ihren jeweiligen Kontexten umzusetzen“; „Einheit von Lehre und Praxis ist in der Kirche gewiss notwendig, aber dies schließt verschiedene Interpretationsmöglichkeiten einzelner Aspekte dieser Lehre nicht aus“; „Jedes Land oder jede Region kann nach Lösungen suchen, die besser zu seiner Kultur passen und seine Tradition und Bedürfnisse berücksichtigen.“

Ich frage:

Garantiert der Heilige Geist, dass keine widersprüchlichen Interpretationen entstehen (insbesondere angesichts der vielen mehrdeutigen und tendenziösen Formulierungen im Dokument)?

Sind die Ergebnisse dieses „Experimentierens und Testens“, z. B. (der „kreativen Aktivierung neuer Formen des kirchlichen Dienstes“), die dem Urteil des Synodensekretariats und der Römischen Kurie unterworfen werden sollen? Sind diese kompetenter als die Bischöfe, die unterschiedlichen Kontexte ihrer Kirchen zu beurteilen?

Wenn die Bischöfe sich für kompetenter halten, führen die unterschiedlichen Interpretationen und Entscheidungen unsere Kirche dann nicht zu derselben Spaltung (dem gleichen Bruch) wie in der Anglikanischen Gemeinschaft?

Perspektiven auf den Ökumenismus

Angesichts des dramatischen Bruchs der Anglikanischen Gemeinschaft [siehe Link]: Werden wir uns mit dem Erzbischof von Canterbury (der nur noch etwa 10 % der weltweiten anglikanischen Gemeinschaft vertritt) oder mit der Globalen Anglikanischen Zukunftskonferenz (die etwa 80 % vertritt) vereinigen?

Und mit den Orthodoxen? Ihre Bischöfe werden die Bergogliane Synodalität niemals akzeptieren; für sie ist Synodalität „die Bedeutung der Bischofssynode“. Papst Bergoglio hat den Begriff Synode instrumentalisiert, aber die Bischofssynode – eine von Paul VI. gegründete Institution – abgeschafft.

Foto, von links nach rechts: Kardinal Zen, Papst Leo, Kardinalssekretär (c) Vatican Media


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Lesermeinungen

 Versusdeum vor 3 Stunden 
 

@heikostir

Perfekt beschrieben, danke!


0
 
 SagradaFamilia vor 3 Stunden 
 

Kardinal Zen

Immer wieder aufbauend, seine Worte in dieser Zeit der Prüfung zu lesen. Nicht jeder Bischof oder Kardinal ist heute noch ein Fehr in der Brandung. Meine Schwester wohnt im Bistum Münster und dort sucht man derzeit, unter Mitbestimmung von Laien, einen neuen Bischof. In der Regionalpresse kursieren drei Namen : Wilmer, Bätzing und Overbeck! Alles Anhänger der neuen synodalen Kirche. Wobei gemunkelt wird, dass man Bischof Wilmer an der Basis sehr zugetan ist. Natürlich sind das Spekulationen und die demPapst übersandte Vorschlagsliste ist geheim, aber an Gerüchten ist immer ein Korn Wahrheit.


3
 
 Marienrose vor 4 Stunden 
 

Gott segne Kardinal Zen!

Ich hoffe, dass seine klare Rede Papst Leo mitten ins Herz getroffen hat!


6
 
 heikostir vor 5 Stunden 
 

Ein Grundproblem

Bislang war es üblich, dass der Papst die Ergebnisse einer Bischofssynode durch ein Apostol. Schreiben auswertet und v.a. präzisiert.

Papst Franziskus aber machte sich das Abschlussdokument unpräzisiert zu eigen. Dieses Vorgehen ist formal möglich; klug aber ist es nicht. Denn nun gibt es ein Dokument des päpstlichen Lehramtes, das in wichtigen Teilen unpräzise ist (ein Grundproblem des vergangenen Pontifikats).

Die Folge: Wir können beobachten, wie Vertreter des Synodalen Wegs in Deutschland einige Teile sehr stark betonen, andere aber bewusst ignorieren: so z.B. die klare Unterscheidung zwischen dem Weg zur Beschlussfindung (alle sollen gehört werden) und der Beschlussfassung selbst. Letzte liegt allein bei den Bischöfen.
Diese wichtige Unterscheidung wird von Vertretern des dt. Synodalen Wegs ignoriert; die wollen ein Gremium, in denen Laien und Bischöfe gemeinsam entscheiden, was die Kompetenzen des bischöflichen Amtes und damit die Verfassung der Kirche in Frage stellt.


4
 
 Katholikheute vor 5 Stunden 
 

Ich würde gerne

die Gesichter der Zuhörer sehen....


2
 
 SalvatoreMio vor 6 Stunden 
 

Geburtstag: Kardinal Joseph Zen

Morgen, am 13. Januar, wird dieser wunderbare Joseph 94 Jahre alt (* 13.Januar 1932). Mit welch klarer Geisteskraft, Mut und Ausdauer, ist er ausgestattet! - Erschreckend allerdings, dass es eine so einsame Stimme ist, dazu aus dem fernen Hongkong.


7
 
 Versusdeum vor 6 Stunden 
 

Diplomatisch war das sicherlich nicht,

aber an geistiger wie geistlicher Klarheit kaum zu überbieten. Soviel zur Altersgrenze von 80 Jahren für das Konklave. Aber die glaubenstreuen Bischöfe haben auch zu lange geschwiegen, während die Progressisten jahrehntelang lautstark und wohlorganisiert eine "andere Kirche" (welche?) herbeigebastelt haben.


7
 
 girsberg74 vor 6 Stunden 
 

Das haut rein!


4
 
 Stefan Fleischer vor 7 Stunden 

Wie schon einmal gesagt

Eine Synode ist ein Beratungsgremium, kein Leitungsgremium. Wo sie ihre Grenzen überschreitet, wird sie zum Spaltpilz.


6
 

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