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Wohltuende Überraschung: Papst beruft norwegischen Bischof Erik Varden OCSO zu seinem Fastenprediger

5. Februar 2026 in Kommentar, 12 Lesermeinungen
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Der Bischof von Trondheim ist Trappistenmönch, Konvertit aus dem lutherischen Christentum und Vorsitzender der Nordischen Bischofskonferenz. Von Petra Lorleberg


Vatikan (kath.net/pl) Die Nachricht verbreitete sich in katholischen Kreisen wie ein Lauffeuer: Bischof Erik Varden OCSO, der Prälat der Territorialprälatur Trondheim/Norwegen und Apostolischer Administrator von Tromsø, wurde von Papst Leo XIV. zum Leiter der Fastenexerzitien für den Papst und die Kurie des Vatikans berufen. Das Thema der Exerzitien in der Paulinischen Kapelle des Apostolischen Palastes lautet: „Erleuchtet von einer verborgenen Herrlichkeit“. Vardens Berufung ist deshalb so besonders, weil sie uns vielleicht einen Blick darauf erhaschen lässt, wo Papst Leo für sich selbst und für seine Berufung als Nachfolger des hl. Petrus neue Kraft für seine Spiritualität sucht.

Denn Bischof Vardens Person und Lebensweg sind markant. Geboren 1974 in Südnorwegen, war er in einer nicht praktizierenden lutherischen Familie aufgewachsen und mit 19 Jahren aus eigener Entscheidung katholisch geworden, später sagte er darüber: „Ich entdeckte den Glauben als etwas Reales durch Lesen, durch Musik, durch Begegnungen und dann durch meine ersten Erfahrungen mit liturgischem und stillem Gebet.“ Sein Interesse galt dem Theologiestudium und seinem erwachenden Interesse am Ordensleben, er trat 2002 mit 28 Jahren in die Trappisten-Abtei Mount St. Bernard in Leicestershire ein. Die Ewige Profess legte er 2004 ab, zum Priester geweiht wurde er 2011. Danach lehrte er zunächst an der Benediktinerhochschule Sant’Anselmo in Rom und war in dieser Zeit auch Mitarbeiter der skandinavischen Abteilung von „Vatican News“. 2013 übernahm er dann die vorläufige Leitung der Abtei Mount St. Bernard in Leicestershire, zu deren Abt er 2015 gewählt wurde. 2019 ernannte ihn Papst Franziskus zum Prälaten von Trondheim, 2024 wurde er zum Vorsitzenden der Nordischen Bischofskonferenz gewählt und 2025 berief ihn Papst Leo zum Mitglied der Kleruskongregation.


Wer ist der asketisch wirkende Bischof aus Norwegen, der äußerlich und innerlich in einer strengen Observanz der benediktinischen Ordenswelt zu Hause ist? Varden hat Artikel und Bücher über christliche Spiritualität veröffentlicht (die teilweise in mehrere europäische Sprachen übersetzt wurden), außerdem hat er Gregorianischen Gesang studiert, der in seiner Heimatabtei gepflegt wird. Auch auf seinem Blog auf der Website der Territorialprälatur Trondheim kreisen seine Notizen und Gedanken stark um spirituelle Themen.

Erik Varden sei eine Stimme, „die für theologische Strenge, spirituelle Tiefe und eine starke monastische Verwurzelung bekannt ist“, kommentiert der römische Blog „Silere non possum“. Dabei gebe es auch noch einen weiteren Aspekt: „Varden gehört zu jenen Bischöfen, die sich in den letzten Jahren durch Ausgewogenheit und ein ständiges Bekenntnis zum Wert der Tradition hervorgetan haben, ohne sich dabei in identitätsstiftender Verhärtung oder ungestümen Fortschritt zu ergehen. Er ist ein Hirte, der in Kategorien der Integration und nicht der Opposition argumentiert, und genau deshalb ist er ein Mann der Gemeinschaft.“

Einige Zitate können uns einen ersten Eindruck von ihm vermitteln:

  • „Wir alle konzentrieren uns gerne auf die Unzulänglichkeiten anderer Menschen oder Gruppen. Aber diese Arbeit der Bekehrung muss immer bei mir selbst beginnen. Mutter Teresa von Kalkutta wurde einmal von einem Journalisten gefragt: ‚Mutter, was muss sich in der Kirche ändern?‘ Sie fixierte ihn mit ihrem Blick und sagte: ‚Ich muss mich ändern‘, und fügte dann lächelnd hinzu, ich sollte denken: ‚Und Sie …‘ Hier haben wir die Umrisse der Bedingungen für ein fruchtbares christliches Leben.“
  • Er „liebe den Bericht über Giovanni Battista Montinis Besuch bei Papst Pius XII., als dieser ihn, den späteren Papst Paul VI., gerade zum Erzbischof von Mailand ernannt hatte“, so Varden. „Als Montini ging, sagte der Papst ihm einfach: ‚Depositum custodi‘, eine Zeile aus dem ersten Brief des heiligen Paulus an Timotheus. Darin geht es darum, wie wichtig es ist, die Fülle des Glaubens zu empfangen, die von den Aposteln weitergegeben wurde, und sicherzustellen, dass das, was wir an andere, an die nächste Generation weitergeben, nicht weniger als diese Fülle ist. Die Herausforderung betrifft jeden von uns. Aber es ist selbstverständlich, dass die Verantwortung der Bischöfe in dieser Hinsicht besonders groß ist. Es ist eine schwere Verantwortung. Aber auch eine freudige, da wir immer mehr den wunderbaren Reichtum des Glaubens entdecken, die Schönheit von allem, was Gott uns gegeben hat.“
  • „Nicht nur in Norwegen, sondern auch in anderen, von länger anhaltenden Säkularisierungsprozessen geprägten Ländern, stelle ich einen Zuwachs an religiösem Interesse bei Jugendlichen fest. Ich erfahre deren treue Teilnahme an gut vorbereiteten und sorgfältig gestalteten Gottesdiensten. Freilich rede ich von keinem Majoritätsphänomen; die Tendenz ist aber deutlich und anhaltend wachsend: Die Jugend sehnt sich nach Substanz. Für leeres, gefühlsduseliges Gerede haben sie wenig Geduld, und das ist gut so“, hatte Varden noch im November 2025 im Gespräch mit dem Wiener Dogmatikprofessor Jan-Heiner Tück für die Freiburger Zeitschrift „Communio“ festgestellt.

Für die Fastenexerzitien des Papstes und der Kurie vom 22.-27. Februar stehen jedenfalls schon Themen fest, wie der Vatikan bekannt gibt:

  • Der heilige Bernhard der Idealist
  • Gottes Hilfe
  • Befreiung
  • Der Glanz der Wahrheit
  • „Ich will ihn verherrlichen“
  • Die Engel Gottes
  • Der heilige Bernhard der Realist
  • Über die Betrachtung
  • Hoffnung vermitteln

Schon allein die doppelte Nennung des hl. Bernhard von Clairvaux (1090-1153) lässt erahnen, dass diese Exerzitien eine deutliche Betonung des für unsere Kirche so wichtigen Traditionsstromes aus dem Ordensleben der Benediktiner, Zisterzienser und Trappisten haben könnten - möglicherweise war auch genau dies ein Anknüpfungspunkt für den innerlich so stark im Augustinerorden beheimateten Papst Leo.

Weitere kath.net-Artikel über Bischof Varden: siehe Link.

Video: Bischof Varden im Oktober 2025 in einem Frage-und-Antwort-Video über die Wüstenväter (englisch):

 


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