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„Ich hatte die Wahl, Jesus zu verleugnen, um freizukommen, aber ich sagte nein“

6. November 2025 in Weltkirche, 6 Lesermeinungen
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Die pakistanische Christin Shagufta Kausar war acht Jahre lang wegen ihres Glaubens im Gefängnis, ehe sie freikam, weil politischer Druck auf Pakistan ausgeübt wurde.


Islamabad (kath.net / pk) Acht Jahre lang war die pakistanische Christin Shagufta Kausar aufgrund von Blasphemievorwürfen inhaftiert, bis sie auf wundersame Art und Weise freikam. Das geht aus einem Bericht über Religionsfreiheit 2025 hervor, den „Aid to the Church in Need“ („Kirche in Not“) veröffentlichte, wie „Aleteia“ berichtet. 

Bei der Präsentation des Berichts erzählte Kausar, dass die pakistanischen Behörden ihr angeboten hätten, sie von den Blasphemievorwürfen freizusprechen, wenn sie den christlichen Glauben verraten würde. „Damals hatte ich die Wahl, einfach Jesus zu verleugnen, um freizukommen“, sagte sie bei der Veranstaltung am 21. Oktober.

„Aber ich sagte nein, Jesus war für meine Sünden am Kreuz gestorben. Ich würde ihn nicht verleugnen.“ Kausar und ihr Ehemann Shafqat Emanuel wurden 2013 der Blasphemie beschuldigt. Sie wurden von der pakistanischen Polizei verhaftet, geschlagen und gefoltert. Kausar wurde mitgeteilt, dass sie wegen des Versendens einer blasphemischen SMS an den Präsidenten der pakistanischen Anwaltskammer angeklagt werde.


Sie hatte den Mann nie getroffen und hatte auch keine Kontaktdaten von ihm. „Das war einfach eine Verfolgung wegen meines Glaubens, und dieser Mob skandierte vor der Polizeistation: ‚Tod für Shagufta und Shafqat Emanuel‘“, erzählte sie. Kausar und ihr Ehemann, der gelähmt ist, wurden beide wegen Blasphemie zum Tode verurteilt. Sie wurden in verschiedene Gefängnisse in Einzelhaft gesteckt.

„Human Rights Watch“ erklärte in einem Bericht Anfang dieses Jahres: „Die Blasphemiegesetze Pakistans setzen die religiöse Diskriminierung fort und werden dazu benutzt, arme Menschen und Minderheiten mit unrechtmäßigen Vertreibungen und Landraub zu schikanieren.“

Während ihrer Zeit im Gefängnis litt Kausar unter schweren körperlichen Beschwerden und verlor die Fähigkeit zu sprechen – aber sie verlor nicht ihren Glauben. „Ich bat den Herrn, mir eine Chance auf Leben zu geben, weil ich meine Kinder wiedersehen wollte“, sagte Shagufta. „Dann hatte ich eine Vision. Ich sah das Kreuz und ich sah den Herrn, und er heilte mich, und ich verneigte mich und lobte den Herrn für das Leben, das er mir geschenkt hatte.“

Etwa sieben Jahre nach Beginn ihrer Haftstrafe geschah ein Wunder, sagte sie. „Eines Tages las ich die Apostelgeschichte, wo Paulus und Silas im Gefängnis sind und ein Erdbeben die Türen öffnet. Gerade als ich das las, spürte ich ein echtes Erdbeben. Alles bebte und die Wachen schrien. Aber nach einer Weile gab es eine andere Art von Erdbeben“, sagte Kausar.

Dieses „Erdbeben“ sei eine Petition in Holland gewesen, in der ihre Freilassung gefordert wurde. „Sechzehntausend Menschen unterzeichneten die Petition an nur einem Tag, und sie wurde der pakistanischen Botschaft übergeben. Dann verabschiedete das Europäische Parlament mit über 600 Stimmen eine Resolution, in der Pakistan mit Konsequenzen gedroht wurde, wenn wir nicht freigelassen würden.“

Unter den Unterzeichnern der Petition und denen, die ihre Freilassung forderten, waren „viele säkulare Menschen“, sagte Kausar.„Das war für uns ein Wunder.“ Nach ihrer Freilassung aus dem Gefängnis verließ sie mit ihrem Mann und ihrer Familie Pakistan. Jetzt setzen sich beide für andere Christen ein, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden. Obwohl Shagufta und Shafqat nun frei sind, haben sie ihre Landsleute nicht vergessen, die in Pakistan weiterhin unter Verfolgung leiden. „Es gibt viele, die noch immer leiden“, sagte sie.


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